Wenn in der zweiten Klasse Multiplikation und Division beginnen, haben viele Eltern Befürchtungen und viele Kinder Schwierigkeiten.

Da ich die Einführung dieser zwei Grundrechenarten seit fast 10 Jahren bei meinen Förderkindern begleite, habe ich mir  die Mühe gemacht, meine besten Lernmethoden dafür zusammenzustellen, damit Du zu Hause davon profitieren kannst. Diese Woche starten wir mit Einmaleins lernen leicht gemacht.

Da die Tipps zu den beiden Grundrechenarten sehr umfangreich sind, habe ich diesen Artikel geteilt. In dieser Woche gibt es alles zum Thema “Einmaleins lernen leicht gemacht”. Das Thema dividieren folgt dann.

Diese Methoden sind nicht ausschließlich für Kinder mit einer Rechenschwäche gedacht. Alle Kinder können mit dieser Methode das Einmaleins und das Dividieren schneller lernen.

 

Wenn wir selber mit dem Mal- und Geteilt-Rechnen keine Probleme haben, werden wir leicht ungeduldig. Es ist für uns einfach schwer zu verstehen, warum ein Kind etwas so Offensichtliches nicht begreift.

 

Mit den Aufgaben, die ich Dir im Laufe des Artikels zeige, kannst Du Streit und Frust vermeiden. Die Übungen sind spielerisch und sprechen das Lernen auf unterschiedlichen Kanälen an.

 

Einmaleins lernen leicht gemacht!

Wir müssen dringend das Verständnis und die Automatisierung dieser Grundrechenart voneinander trennen. Sonst passiert das Folgende:

 

Das Kind lernt etwas auswendig, das es nicht wirklich verstanden hat. Vielleicht lernst Du einfach mal ein Gedicht in einer Sprache, die Du nicht verstehst. Wenn Du den Faden verloren hast, wird es schwierig wieder reinzukommen.

 

Wenn Du dieses Gedicht dann einige Monate nicht mehr brauchst, vergisst Du vielleicht ein paar Teile. Da Du aber auch nicht verstehst was Du sagst, kannst Du nicht mal den Inhalte sinngemäß wieder geben.

Kennst Du das von Deinem Kind? Da wurde in der Schule sechs oder acht Wochen nicht multipliziert und Dein Kind behauptet: “Das hatten wir noch nicht!” oder “Ich weiß nicht mehr wie das geht.”

 

Ich arbeite  deswegen nach dem Motto:

Erst verstehen, dann automatisieren!

 

Einmaleins verstehen!

Ich erzähle meinen Förderkindern immer, dass das Multiplizieren Addieren für Faule ist. Das erkläre ich an folgendem Beispiel.

7+7+7+7+7 = 5 x 7 = 35

 

Der Rechenausdruck 5×7 ist deutlich kürzer als 7+7+7+7+7.  Arbeitsersparnis und faul sein dürfen, finden die meisten Kinder gut. Trotzdem kann ich nicht erwarten, dass ich diese Erklärung einmal abgebe und dann bei dem betroffenen Kind der Multiplikationsschalter auf on gestellt ist.

 

Dazu braucht es einige Zeit. Zum Verständnis des Malnehmens gibt es unterschiedliche Materialien. Zum Beispiel das Multiplikationsbrett.

Du kannst Dir einfach eine Tabelle wie oben dargestellt ausdrucken. Das geht mit jedem PC Programm. Oder Du schreibst sie  einfach auf ein DIN- A4 Blatt Dazu brauchst Du 10 Karteikarten, die Du wie folgt beschriftest. Auf die erste Karte schreibst Du 1x, auf die zweite Karte 2x usw. bis Du bei 10x angekommen bist.

 

Zusätzlich brauchst Du 100 kleine Gegenstände. Das können Büroklammern, Legosteine, Knöpfe, Hülsenfrüchte oder getrocknete Nudeln sein. Je alltagsnäher, um so besser. Willst Du nun wie in unserem Beispiel die Aufgabe 4×5  verdeutlichen, bittest Du Dein Kind viermal fünf Gegenstände wie oben gezeigt auf das Blatt zu legen. Am Ende kann man die Aufgabe sehen und das Ergebnis zunächst abzählen.

In Mathematikbüchern finden wir oft folgenden Übungstypen. Bei der Aufgabe 3 x 3 z.B. werden in einem Punktbild die entsprechende Anzahl von Punkten anders eingefärbt oder sie werden eingekreist.

 

Diese Methoden sind alle sehr hilfreich, um das Verständnis zu fördern. Mit einer Einschränkung! Achte darauf, dass Dein Kind die Aufgaben nicht mechanisch erledigt.

 

Lass Dir  von Deinem Kind erklären was es macht. Ein rein mechanisches Arbeiten mit Material fördert nicht den Verständnisprozess. Stelle Fragen oder lass Dir die Dinge erklären.

 

Du kannst natürlich auch von diesen Materialien abweichen. Du kannst Schleichtiere, Legosteine oder anderes nehmen, um die Sache plastisch und interessant zu machen. Es gehen alle Dinge, die im Kinderzimmer oder im Haushalt in ausreichender Anzahl  vorhanden sind.

 

Einmaleins lernen leicht gemacht! – Orientierungshilfen!

 

Wenn dz nun das Gefühl hast Dein Kind hat verstanden worum es geht, dann ist es hilfreich, im Einmaleins noch ein paar Anker zu setzen. Kinder neigen sonst dazu, die Reihen immer komplett rauf oder runter zu zählen.

 

Wenn Du  nach 8×8 fragst, fangen viele Kinder im Stillen an zu zählen (8,16,24….64). Das ist sehr zeitaufwendig! Ich erlebe immer wieder 8. oder 9. Klässler, die in der Multiplikation nur die Reihen aufsagen können.

 

Meine Erfahrung zeigt, dass sich die meisten Kinder 10x und 5x gut merken können. Du solltest daher mit Deinem Kind trainieren, von 5x hoch zu zählen. Du fragst 8×8 und das Kind beginnt erst mit 40, 48….64. Das beschleunigt die Sache schon um einiges.

 

Einmaleins lernen leicht gemacht! – Automatisieren!

Ich möchte bei der Automatisierung vermeiden, dass die Kinder die Reihen mechanisch rauf und runter zählen, damit sie hinterher nicht immer die ganze Reihe aufsagen müssen, bevor sie eine Aufgabe beantworten können. Dazu möchte ich Dir jetzt zwei gute Übungsmethoden vorstellen.

 

  • Einmaleins Bingo!
  • Streifenrechnen!

 

Du möchtest mehr Unterstützung von mir? Dann gib mir Deine E-Mail Adresse und ich flattere jede Woche mit der Lern-Ort-Post in Deinen E-Mail-Briefkasten. Damit Du nicht solange warten musst, kannst Du Dir hier gleich ein Video und Material zum Multiplizieren runterladen.

 

Einmaleins Bingo

Fangen wir jetzt mal mit dem Bingo an. Du kannst die Tabelle einige Male ausdrucken.

Kann Dein Kind schon alle Reihen, frage  willkürlich eine Aufgabe ab. Wenn es nur bestimmte Reihen kann, nimmst Du natürlich nur Aufgaben aus diesen Reihen.

 

Beispiel 5×7

 

Gib dazu in der linken Spalte mit den orangen Zahlen bis zur 5. In der waagerechten Spalte bis zur 7 und Du siehst das Ergebnis 35.

Ist das Ergebnis richtig, kreist Du es ein. Die nächste Aufgabe, die Du stellst lautet z.B. 7 x 3. Kennt Dein Kind die Antwort nicht, unterstreichst Du die Zahl. Wenn Dein Kind in einer Reihe (waagerecht, senkrecht oder diagonal) alles richtig hat, rufst  Du Bingo und es gibt einen Punkt, ein Gummibärchen, einen Witz erzählen oder was immer Du Dir an kreativen Ideen ausdenkst. Du kannst auch einfach für jedes Bingo einen Punkt aufschreiben und täglich vergleichen, ob der Punktstand steigt.

 

Das Bingo hat zwei Vorteile. Zum einen steht beim Abfragen der Spielcharakter im Vordergrund, zum anderen fragst Du keine Aufgaben doppelt. Du kannst einfach pro Durchgang einmal alle Aufgaben abfragen.

 

Wenn Du durch bist, sieht Dein Kind, was es schon alles kann. Außerdem können die Kinder bei täglichem Üben die Fortschritte sehen, da die Kreise immer mehr werden. Auch die Zahl der Bingos wird zunehmen. Du kannst auch täglich die Zeit messen, die Du für das Abfragen brauchst. Mit dem Einmaleins Bingo hast Du viele Möglichkeiten.

 

Nun kannst Du loslegen. Beachte aber bitte immer die Reihenfolge beim 1×1 lernen:

 

  • Verständnis
  • Orientierung
  • Automatisierung

 

Wenn Du das nicht tust, machst Du es Deinem Kind unnötig schwer.

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