In der letzten Woche kam eine Mutter mit Ihrem Kind zu mir in den Lern-Ort. Das Kind besucht die 3. Klasse und hat sehr große Schwierigkeiten lesen zu lernen. Die Mutter machte sich bereits gegen Ende der 1. Klasse Gedanken, ob denn das Lesenlernen nicht zu langsam voran gehe und ob es nicht Möglichkeiten der Früherkennung von LRS gäbe. Sie wurde immer wieder beruhigt mit  Aussagen wie:

  • das wird schon noch
  • jedes Kind hat seinen Rhythmus
  • nicht alle Kinder sind gleich schnell

Wann können Teilleistungsstörungen erkannt werden?

Nachdem bei dem Kind eine starke Lesestörung festgestellt wurde, fragte die Mutter mich, ob man die nicht hätte eher erkennen können. Diese Frage musste ich klar mit “JA” beantworten. Teilleistungsstörungen kann man in der Mitte des ersten Schuljahres in der Regel erkennen. Warum werden Eltern häufig beruhigt, sodass wertvolle Zeit in der Förderung verstreicht?

Überzeugungen

Leider ist es wenig bekannt, dass sowohl LRS als auch Dyskalkulie bereits in der Mitte der 1. Klasse erkannt werden können. Die Erforschung der LRS und auch der Dyskalkulie ist in der letzten Jahren sehr weit vorangeschritten. Es gibt mittlerweile gute Screeningverfahren, die bereits gegen Ende der Vorschulzeit Kinder erkennen, die ein erhöhtes Risiko einer späteren Teilleistungstörung aufweisen.

Vorteile der Früherkennung

Werden Risikokinder bereits in der Vorschulzeit entdeckt, haben sie in der Regel Defizite in den sogenannten Vorläuferfähigkeiten. Man hat so die Chance, diese Fähigkeiten bereits vor der Einschulung zu trainieren. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass man die betroffenen Kinder bei der Einschulung gleich unterstützen kann und so Defizite gegenüber den Klassenkameraden deutlich kleiner bleiben.

Sollte ein Kind in der Vorschulzeit völlig unauffällig sein, aber bereits im ersten Schulhalbjahr Schwierigkeiten in einem Fach entwickeln, ist auch hier eine schnelle Diagnose hilfreich. In der Mitte der ersten Klasse sind aufgebaute Defizite in der Regel überschaubar und können schneller aufgeholt werden. Die Kinder haben normalerweise auch noch nicht resigniert und ihr Selbstbewusstsein hat unter den Problemen noch nicht gelitten. Gerade junge Kinder lassen sich spielerisch gut in der Förderung motivieren. Auch wird eine Förderung in der Regel kürzer sein, wenn die Probleme rechtzeitig erkannt wurden.

Hilfe

Lerntherapeutische Praxen führen eine frühe Förderdiagnostik durch. Im Lern-Ort können Sie einen kostenlosen ersten Informationstermin vereinbaren. Sollten Sie danach eine förderdiagnostische Testung  wünschen, informiere ich Sie vorab über die Kosten, die auf Sie zukommen. Diese liegen in der Regel zwischen 100€ und 150€.

Risiko

Sollten Sie das Gefühl haben, Ihr Kind hat Schwierigkeiten im Bereich Lesen, Schreiben oder Rechnen dann geben Sie diesem Gefühl nach. In der Regel können Eltern Ihre Kinder ganz gut einschätzen. Selten kommt es vor, dass eine Förderdiagnostik keine Probleme identifiziert. Dann haben Sie aber die Gewissheit, dass alles ok ist und brauchen sich später nicht den folgenden Satz sagen, den ich immer wieder höre: “Hätte ich das früher gewusst, wäre uns viel Kummer erspart geblieben.”

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