Es gibt Kinder, die lieben das Fach Mathematik und sie fühlen sich mit Zahlen und allem was zum Zahlenverständnis und logischen Denken gehört wohl.  Andere Kinder tun sich im Rechnen schwer. Sie müssen die Dinge öfter wiederholen und können erlernte Strategien nicht ohne Hilfe auf andere Aufgaben transferieren. Aber auch wenn es ihnen schwerfällt und sie etwas länger brauchen, gelingt es ihnen, den Schulstoff letztendlich umzusetzen und ihn halbwegs sicher anzuwenden. Dies spiegelt die normale Bandbreite mathematischer Begabung wieder.

Dann gibt es aber auch einen kleinen Teil von Schulkindern, die kommen im Rechnen einfach nicht weiter. Die Grundrechenarten bleiben fehlerhaft, die Operationen Plus und Minus werden auch in der 2. oder 3. Klasse regelmäßig verwechselt. Mal und Geteilt sind ein Drama. Es will sich einfach keine Automatisierung und auch kein Faktenwissen einstellen, auf das diese Kinder zurückgreifen könnten. Hier muss man dem Verdacht auf eine Teilleistungsstörung im Rechnen, der Dyskalkulie, nachgehen und entsprechende Tests durchführen lassen. Dazu können Sie sich an eine Kinder- und Jugendpsychiatrische Praxis oder an eine lerntherapeutische Praxis  wenden.

Symptome einer Rechenschwäche

Folgende Symptome können bei einer Rechenschwäche beobachtet werden. Kinder, bei denen im Verlauf der 1. oder 2. Klasse eine Dyskalkulie diagnostiziert wird, haben häufig bereits im Vorschulalter Probleme mit der Zählfunktion. Diesen Kindern gelingen einfache Zählprozesse oft nur fehlerhaft. Ein weiteres Symptom sind die bekannten Zahlendreher zwischen Zehner und Einer, die auf die Benennung der arabischen Zahlen in der deutschen Sprache zurückzuführen sind. Aus 63 wird dann sechsunddreißig. Das Symptom, das in der Regel am schwierigsten zu verändern ist, ist der Aufbau und Abruf von Faktenwissen im Rechenprozess. Kinder, die von einer Dyskalkulie betroffen sind, zählen häufig auch einfachste Aufgaben mit den Fingern aus. Die Aufgabe 5 +8 wir in der Regel nicht aus dem Gedächtnis abgerufen, sondern immer wieder neu ausgezählt. Beim Zählen kann es natürlich häufig zu Fehlern kommen, sodass auch die Speicherung des Ergebnisses durch verschiedene Antworten erschwert wird. Allerdings gibt es auch Kinder, die bestimmte Rechenprozesse nicht umsetzten können. Diese Kinder sind evtl. in der Lage, einfache Plus- und Minusaufgaben zu rechnen, schriftliche Rechenverfahren mit mehreren Ziffern können allerdings nicht gelöst werden.

Hilfe bei Rechenschwäche

Leider ist die Dyskalkulieforschung lange nicht soweit wie die Legasthenieforschung, auch sind die Definitionen nicht eindeutig. Man kann jedoch davon ausgehen, dass bei einer Dyskalkulie die Grundrechenarten stark betroffen sind. Höhere mathematische Fähigkeiten dagegen sind eher weniger eingeschränkt. Im Gegensatz zur Legasthenie haben nur einige wenige Bundesländer einen Nachteilsausgleich für Betroffene festgelegt. Trotzdem ist es wichtig, Kinder, die unter einer Rechenschwäche leiden zu erkennen und vor allen Dingen ihnen adäquat zu helfen. In der Regel wird dies nicht im Schulunterricht oder zu Hause gelingen. Sinnvoll ist es, einen geeigneten Lerntherapeuten zu suchen, der einen individuellen Förderplan erstellt.  In der Regel wird ein betroffenes Kind für eine gewisse Zeit einmal in der Woche gefördert. Unterstützt werden kann diese Förderung durch ausgewählte Übungen im häuslichen Kontext. Zertifizierte Lerntherapeuten finden sie beim FiL, dem Fachverband integrativer Lerntherapeuten.

3 Shares