Schimpfen hat in unserer Gesellschaft Tradition. 97% aller Erwachsenen sind als Kind damit aufgewachsen, dass mit ihnen geschimpft wurde.
Kein Wunder also, dass viele Eltern mit ihren Kindern schimpfen. Das macht es aber nicht besser. Auch höre und lese ich immer wieder Sprüche wie:

 

  • Das hat mir auch nicht geschadet.
  • Kinder dürfen uns nicht auf der Nase rumtanzen.
  • Kinder werden zu Tyrannen.
  • Kinder testen ihre Grenzen.

 

Bestimmt habe ich noch gute Gründe für das Schimpfen vergessen. Ich glaube eher, dass Erwachsene aus Hilflosigkeit schimpfen. Immer dann wenn wir keine Lösung sehen und nicht weiterwissen, wenn wir wirklich sauer sind über das Verhalten des Kindes oder wenn wir sogar selber ein wenig verletzt sind.

Trotzdem möchte ich hier ein Plädoyer gegen das Schimpfen halten, weil es Eltern und Kindern nicht gut tut, weil es das Vertrauen zerstört und die Beziehung belastet. Außerdem nutzt Schimpfen sich ab.

 

Die drei wichtigsten Gründe gegen das Schimpfen:

 

1. Schimpfen nagt am Selbstwert!

Mit dem Schimpfen wollen wir Kinder zu einer Verhaltensänderung bewegen oder unseren Frust über vorangegangenes Verhalten zum Ausdruck bringen. Dabei teilen Eltern verbal aus. Wir wollen, dass das Kind sich schlecht fühlt. Also versuchen wir alles, damit es sich richtig schlecht fühlt.

Das ist aber keine gute Basis. Wenn Kinder sich schlecht fühlen, fangen sie irgendwann an sich zu schützen. Sie stellen auf Durchzug und die Wirkung des Schimpfens verpufft. Was dazu führt, dass der Erwachsene sich noch ein bisschen mehr aufplustert und ein bisschen lauter schimpft.

Trotzdem sitzen die Verletzungen tief bei einem gescholtenen Kind. Die Menschen, die es am meisten liebt, haben ihm diese Verletzungen zugefügt. Da Kinder ihre Eltern sehr bedingungslos lieben, nehmen sie dann auch die Verantwortung für das Schimpfen auf sich.

Sie fühlen sich schuldig und schämen sich. Das knabbert erheblich an ihrem Selbstwert. Glaubst du nicht? Weißt du wie viele Erwachsene gerne selbstbewusster wären? Wie oft hast Du schon in einer Situation mit Deinem Partner, Deinem Chef oder vielleicht Deinem Nachbarn nachgegeben und Dinge getan, die du eigentlich nicht wolltest? Nur weil Du Dich nicht getraut hast zu deiner Position zu stehen!

Die Art wie du mit deinem Kind sprichst, wird eines Tages zu seiner inneren Stimme!

         – Peggy O’Mara

 

 

2. Schimpfen stört die Beziehung zu deinem Kind!

 

Kinder sind bei ihrer Geburt total von den sie umgebenden Erwachsenen abhängig. Sie entwickeln sich langsam und brauchen lange, bis sie ohne fremde Hilfe durchs Leben kommen. Babys und Kleinkinder sind anstrengend und kosten Kraft. Dafür bekommen wir aber auch unendlich viel Nähe, Vertrauen und Liebe zurück.

Genau das treten wir mit Füßen, wenn wir mit unseren Kindern schimpfen und ihnen mit Konsequenzen/Strafen – nennen wir es ruhig beim Namen – drohen. Wir weisen unser Kind zurück. Du kannst Dich nicht mehr erinnern? Dann denke mal an den ersten Streit als frisch verliebtes Paar oder vielleicht sogar den ersten großen Liebeskummer. Damit kommst Du der Situation schon sehr nahe.

Das findest Du jetzt übertrieben? Dann geh doch mal in Dich. Dein Kind hat etwas angestellt und Du bist sauer. Dein Kind will sich vielleicht entschuldigen oder erklären was passiert ist. Wie oft reagierst Du dann mit Zurückweisung, weil Du gerade nicht aus Deiner Wut und Deinem Schimpfen heraus kommst? Sätze wie: “Du und deine Ausreden!” oder “Das will ich jetzt gar nicht hören!” kommen uns öfter über die Lippen als wir denken.

Irgendwann wird dein Kind größer und kommt in die Pubertät. Dann wirst Du nur mit ihm im Gespräch bleiben und an seinem Leben teilhaben, wenn Eure Beziehung stimmt. Natürlich kannst Du weiter schimpfen und heftiger werden. Deinen Einfluss verlierst Du dann irgendwann. Es wäre aber doch schön, wenn sich die Mutter-Kind-Beziehung in eine vertrauensvolle Beziehung unter Erwachsenen wandelt, die gerne miteinander im Gespräch sind. Oder?

 

Anfangs lieben Kinder ihre Eltern; wenn sie älter werden halten sie Gericht über sie, selten, wenn überhaupt verzeihen sie ihnen.

          – Oscar Wilde

 

3. Schimpfen hat negative Auswirkungen auf das Lernen!

Kinder, die Angst haben, dass mit ihnen geschimpft wird, können sich schlechter konzentrieren. Ist ja eigentlich auch nicht verwunderlich. Wenn wir selber Angst vor irgendwas haben, denken wir auch zunächst an unsere Angst und dann erst an das eigentliche Thema.

Das ist für viele Kinder ein Problem. Selbst wenn sie unbewusst kritisiert oder bloßgestellt wurden, kann das für die weitere Lernkarriere weitreichende Folgen haben. Das lässt sich auch ganz leicht erklären.

Kamen Menschen in der Urzeit in Gefahr, dann stellte das Gehirn auf den sogenannten Fight oder Flight Modus um. Dann wird die Energie in die Muskeln umgeleitet um die Kampf- oder Fluchtsituation zu unterstützen. Heute brauchen Kinder in dieser Situation ein bisschen Bewegung, um die Energie wieder abzubauen.

Kein Kind gerät in der Schule oder bei den Hausaufgaben in Lebensgefahr, unser genetisches Program läuft trotzdem ab. Wenn Du Dein Kind beim Lernen unterstützen willst, dann schaffe also eine entspannte Lernatmosphäre und vermeide es mit ihm zu schimpfen.

Die Psychologen Elsbeth Stern und Aljoscha Neubauer haben in ihren Forschungen Belege dafür gefunden, dass eine liebevolle Eltern-Kind Beziehung sich positiv auf die Intelligenz  der Kinder auswirkt. Das kannst Du in ihrem Buch Intelligenz – große Unterschiede und ihre Folgen  nachlesen.

Das waren nur drei gute Gründen mit dem Schimpfen aufzuhören. Du findest sicher noch mehr.

Du hast das alles schon gewusst – nur gelingt es Dir nicht? Immer wieder kommst Du in Situationen, in denen Dir einfach der Kragen platzt? Dann kann ich Dir helfen. Klicke jetzt auf das Bild und Du bekommst alle Informationen.

 

 

 

 

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