Schlechte Noten sind kein Anlass zu Jubel und Freude.

Aber Schimpfen und Ärger helfen Deinem Kind auch nicht weiter. Was kannst Du also tun, um diese Situation zu verbessern?

 

Schlechte Noten – was tun?

Nachhilfe, mehr Lernen, weniger Freizeitveranstaltungen, Handynutzung einschränken usw. sind ja meistens die Dinge, die uns einfallen, wenn es mit den Noten nicht so läuft, wie wir Erwachsenen uns das denken. Aber sowohl mit meinen eigenen Kindern – als auch besonders im Lern-Ort –  konnte ich immer wieder die Erfahrung machen, dass diese Maßnahmen zwar kurzfristig wirken, aber dann doch wieder verpuffen!

 

Für bessere Noten brauchen wir mehr als kurzfristigen Aktionismus. Lernerfolg will geplant sein. Und dazu ist die wichtigste Voraussetzung, dass Dein Kind mit im Boot sitzt. Du kannst Dir die schönsten Pläne ausdenken, wenn Dein Kind nicht will, dann will es nicht. Sämtliche Lernprogramme werden dann zu Machtkämpfen. Natürlich kannst Du Dein Kind zwingen, aber wie lange?

Ich lade Dich ein, mir auf einem anderen Weg zu folgen.

 

Eine Frage der Einstellung

Ich behaupte, gute Noten sind Einstellungssache – schlechte Noten auch. Ich meine damit nicht die Einstellung zum Lernen an sich, sondern die Einstellung, die ein Kind von sich selber hat.

Auf die Einstellung eines Kindes haben in der Regel viele Menschen einen Einfluss, das Kind leider weniger. Es übernimmt das meiste von den Erwachsenen, die es umgeben. Um erfolgreich zu sein, brauchen kleine aber auch große Menschen die Überzeugung, dass das, was sie tun sollen, auch möglich und durch sie selber beeinflussbar ist.

Im Umkehrschluss heißt das aber auch, wenn ein Kind oder ein Erwachsener glauben, auf bestimmte Handlungen keinen Einfluss zu haben, dann sinken Motivation und die Leistungsbereitschaft.

 

Jannik

Jannik schreibt eine Zwei im Vokabeltest. Er freut sich. Die Eltern natürlich auch, da Jannik aber dazu neigt, es mit dem Lernen nicht so ernst zu nehmen, wollen die Eltern ihn ein wenig auf den Boden zurückholen. Die Mutter sagt: “Super, eine Zwei. Toll. Der Herr Müller hat ja genau die Vokabeln gefragt, die Du gut konntest. Ein wenig Glück gehört dazu.”

 

Michael

Michael hat ebenfalls eine Zwei. Auch er freut sich. Seine Mutter reagiert wie folgt: “Toll gemacht! Ich habe gesehen, wie Du gelernt hast. Deine Strategie hat sich gelohnt.”

 

Botschaften

Ich denke, Du siehst den Unterschied. Jannik hört heraus, Glück gehabt zu haben. Sein Lernprozess wird nicht gesehen, nur das Ergebnis und für das konnte er eigentlich nichts.

Die Botschaft von Michaels Mutter lautet: Du hast gelernt und Deine Arbeit hat zum Erfolg geführt. Die gute Note hast Du durch Deine Anstrengung erreicht.

Kinder übernehmen – ob wir das wollen oder nicht – ihre Einstellungen zunächst einmal von den Erwachsenen. Hier trifft das Zitat von Peggy O’Mara:

Die Art, wie wir mit unseren Kindern sprechen, wird zu ihrer inneren Stimme.

 

Aussagen, die Kinder im Lernprozess entmutigen

Da ich aus tiefstem Herzen davon überzeugt bin, dass alle Eltern immer nur das Beste für ihr Kind wollen, passieren diese Dinge oft unbeabsichtigt. Ich zeige hier mal ein paar Beispiele.

Du hast aber eine schöne Stimme.

Da hast Du in der Arbeit Pech gehabt.

Der Lehrer war aber ungerecht.

Du bist ein richtiges, kleines Fußballtalent.

Alle diese Sätze sind sehr positiv formuliert. Und doch kann jeder dieser Sätze eine Bremse im Kopf eines Kindes sein. Es geht immer darum, dass das Kind etwas ist und nicht etwas erreicht. Weder auf eine schöne Stimme noch auf einen ungerechten Lehrer kann jemand Einfluss nehmen. Daher fördern diese Sätze das, was C. Dweck ein statisches Selbstbild nennt.

 

Aussagen, die Kinder stärken

Ich formuliere die Aussagen jetzt einmal um. Sie bekommen dann gleich eine ganz andere Wirkung.

Ich habe gehört, wie oft Du das Lied geübt hast, es klingt toll.

Dein regelmäßiges Fußballtraining hat sich ausgezahlt, Du darfst am Sonntag mit aufs Turnier.

Die Klassenarbeit war ziemlich schwierig. Konntest Du etwas daraus lernen?

Hörst Du den Unterschied? Diese Aussagen unterstreichen die eigenen Leistungen des Kindes und die kann es beeinflussen. Ich weiß, dass es in unserem Schulsystem nicht immer einfach ist. Noten sind nun mal eine Tatsache.  Aber eine schlechte Note als Möglichkeit zum Lernen und zur Veränderung zu sehen, ist etwas anderes, als daraus ein persönliches Versagen zu machen.

 

Wir hören heute oft das Wort Mindset. Hier gehört es in der Tat hin. Nur wenn ein Kind glaubt, etwas Lernen zu können, kann es auch durch die immer wieder anstrengenden Phasen des Übens und Vertiefens gehen und einen Sinn darin sehen.

 

Beziehung statt Bewertung

Hier liegt ein weiterer Schlüssel für Dich, um das Lernen auf eine andere Basis zu stellen. Wir sind fast ständig im Bewertungsmodus. Beobachte Dich mal, wenn Du durch die Stadt gehst. Wie oft bewertest Du einen Menschen aufgrund seines Äußeren oder seiner Fahrkünste?

 

Aber auch im Zusammenleben mit unserem Partner und unseren Kindern sind wir häufig im Bewertungsmodus. Wenn Du den Spieß mal umdrehst, weißt Du sicher auch, wie Du darauf reagierst bewertet zu werden. Wenn die Bewertung negativ ist, wohl eher mit Abwehr als mit einem “ja das stimmt und ich ändere mich jetzt”.

Kinder sind da nicht anders als wir Erwachsenen. Fühlen sie sich angegriffen, wechseln sie in den Verteidigungsmodus und schon sind wir mitten im Machtkampf.

Hast Du Sorge um die Zukunft Deine Kindes? Dann sag es ihm. Geh nicht davon aus, dass Dein Kind schon weiß was Du denkst. Das funktioniert in der Partnerschaft in der Regel auch nicht. Zu sagen wie es Dir geht, ist nicht nur in Ordnung, es ist der einzige Weg, Vertrauen in einer Beziehung zu vertiefen. Betrachte mal die zwei folgenden Situationen:

 

Luisa

Luisa hat eine Vier minus im Vokabeltest. Ihre Mutter ist sauer: “Du wolltest alleine lernen und nun siehst Du was dabei rauskommt. Nur vom Angucken und Lesen lernt man keine Vokabeln. Du hast Dich nicht an die Vereinbarung gehalten. Wir lernen jetzt wieder zusammen. Außerdem gibst Du für heute Dein Handy ab.”

 

Mia

Mia hat auch eine Vier minus im Vokabeltest. Ihre Mutter sagt: “Hm. Du möchtest Deine Vokabeln alleine lernen. Mir macht es Sorge, wenn eine Vier minus unter dem Test steht. Ich habe Angst, dass es nächstes Jahr mit Französisch noch heftiger wird. Ich kann da jetzt auch nicht aus meiner Haut. Was können wir tun?”

 

Du siehst den Unterschied? Mias Mutter bewertet Mias Verhalten nicht und bindet sie in die Entscheidung ein. Wie die beiden sich einigen wissen wir nicht. Aber in jedem Fall hat Mia eine Wahl. Dass eine Vier minus zu den schlechten Noten gehört, wissen beide Mädchen und sicher sind auch beide nicht glücklich damit. Die Wahrscheinlichkeit, dass Mia mit der Mutter kooperiert ist jedoch deutlich größer.

Wenn Du von mir einen einfachen Rat möchtest, wie Du das schaffen kannst, dann ist das folgender: Wenn Du dich ärgerst oder schimpfst, überlege jedes Mal “Wie würde ich mich fühlen, wenn mein Partner so mit mir spricht?” Wenn Du Dir die Frage ehrlich beantwortest, weißt Du ob Du auf dem richtigen Weg bist.

 

Lernstrategien – nicht alle lernen gleich

Ich weiß, da hast Du schon am Anfang des Artikels drauf gewartet. Aber die Strategien kommen immer erst an zweiter Stelle, wenn Du Deinem Kind helfen willst schlechte Noten in gute zu wandeln. Nur wenn Dein Kind bereit dafür ist, helfen Lerntools wirklich weiter. Es gibt eine große Fülle von Lernen lernen Programmen und anderen Tools.

Daher möchte ich hier aus Sicht der Neurowissenschaften darauf schauen. Es gibt in meinen Augen keine allgemeingültigen Lernstrategien, da jeder Mensch anders lernt. Es gibt vier Lerntypen:

  • auditive Lerntypen (lernen beim Hören am besten)
  • visuelle Lerntypen (lernen am besten was sie sehen)
  • motorische Lerntypen (lernen am besten wenn sie handeln)
  • kommunikative Lerntypen (lernen am besten im Gespräch mit jemand anderem)

Schau Dir an wie die einzelnen Typen lernen und Du verstehst, dass eine allgemeine Lernstrategie für alle Kinder fehlschlagen muss.

 

Mein wichtigstes Tool gegen schlechte Noten!

Eins ist aber allen Lerntypen gleich. Unser Gehirn braucht Wiederholungen bevor es eine Information so wichtig findet, dass sie dauerhaft im Langzeitgedächtnis ankommt.

In meiner langjährigen Arbeit hat sich folgendes Vorgehen bewährt: Die Rekapitulation des Schultages. Das kennen wir von uns selbst. Wenn uns zum Beispiel jemand einen Weg erklärt und wir die Beschreibung anschließend noch mal wiederholen, können wir uns besser erinnern.

Wenn eine Unterrichtsstunde kurz erinnert wird, dann bleiben die Inhalte besser haften.

Also geben wir unseren Kindern das Gefühl, dass sie ihre Welt gestalten können, dann werden sie auch gerne hilfreiche Tools in Anspruch nehmen.

Nimm schlechte Noten zum Anlass, eine langfristige Veränderung einzuleiten und dabei die Lernmotivation Deines Kind zu verbessern!

Du möchtest in der Beziehung zu Deinem Kind etwas verändern, aber es klappt nicht so recht?

Du hast das Gefühl, dass Du momentan mehr mit Schule und Hausaufgaben beschäftig bist, als zu Deiner eigenen Schulzeit?

Dann vereinbare einen Termin mit mir. Ich helfe Dir dabei, der beste Lerncoach für Dein Kind zu werden.

 

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