Ich habe immer schon gerne und viel gelesen. Somit ist das Lesen von Fachbüchern für mich nicht wirklich Arbeit. Es vergeht keine Woche, in der sich meine Bücherliste nicht mindestens um ein Buch erweitert. Es ist mir daher auch nicht leicht gefallen, eine Auswahl zu treffen.

Die fünf Bücher, die Du im folgenden Artikel findest, sind für mich eine gelungene Zusammenstellung zu den Themen Schule, Lernen und Familie. Ich stelle sie hier in der Reihenfolge vor, in der sie in mein Leben getreten sind. Ich hoffe, Du findest die eine oder andere Anregung aus dieser Bücherliste und auch die Muße, Dich mit einem dieser Schätze zurückzuziehen.

 

Die Familienkonferenz

Die Familienkonferenz von Thomas Gordon. Das Buch ist in der Erstauflage 1970 in den USA erschienen. Die deutsche Version gibt es bereits seit 1989. Mich persönlich begleitet dieses Buch seit 1991. Gordon beschreibt in diesem Buch eine andere Art von Kommunikation und Konfliktlösung zwischen Eltern und Kindern. In seiner Zeit sicher revolutionär und von vielen jüngeren Pädagogen aufgegriffen, hat dieses Buch nichts an Aktualität verloren. Die Art Konflikte zu lösen ohne die Kategorien Sieger und Verlierer, ist ein unschlagbares Werkzeug in der Familie. Ein Buch, das mir bei meiner Arbeit und in meiner Familie unentbehrlich geworden ist.

 

Schülerjahre

Vielleicht ist der Schweizer Kinderarzt Remo Largo einigen von Euch durch sein Werk Babyjahre bekannt. Ich persönliche lese von ihm am liebsten die Schülerjahre. Das Buch ist 2010 erschienen, ist aber für mich trotzdem ein unverzichtbarer Klassiker. Remo Largo denkt in diesem Buch die Schule vom Kind aus. Ziel sollte es sein, nicht die Kinder dem System anzupassen sondern das System so zu gestalten, dass es den Kindern gerecht wird. Er nimmt Stellung zu Themen wie Ganztagsschule, ADHS und Legasthenie. Ein wunderbar lesenswertes Buch. Aber pass auf, es könnte Deine Ansichten über die Schule auf den Kopf stellen.

 

Der Schulinfarkt

Von den USA über die Schweiz nach Dänemark. Für mich einer wichtigsten Impulsgeber in der Pädagogik seit mehr als 20 Jahren – Jesper Juul. Er hat Lehramt studiert und arbeitet seit mehr als 20 Jahren als Konflikt- und Familienberater. Auch in seinen Überlegungen steht das Kind und die Beziehung zum Kind im Mittelpunkt. Der Untertitel des Buches sagt eigentlich schon alles aus. “Was wir tun können damit es Kindern, Eltern und Lehrern besser geht.” Juul fordert in seinem Buch eine Veränderung der Institution, damit Kinder endlich mit Freude und Neugier lernen können und nicht für Noten. Dieses lesenswerte und kurzweilige Buch ist als E-Book, Taschenbuch und Hörbuch erhältlich.

 

Jedes Kind ist hochbegabt

Dieses fantastische Buch des Hirnforschers Gerald Hüter zeigt die “angeborenen Talente unserer Kinder und was wir daraus machen”. Gerald Hüter eröffnet einen Perspektivwechsel. Weg von einer Förderung, die dazu dient, das Kind an die Anforderungen der Schule anzupassen, hin zu einer Sicht auf die Begabungen, die alle Kinder mitbringen, wenn wir sie lassen. Er belegt aus Sicht der Neurowissenschaften, dass Begabung nichts mit dem Abschneiden in der Schule zu tun hat. Ich finde dieses Buch sehr lesenswert. Obendrein ist es auch noch sehr unterhaltsam geschrieben.

 

Kindheit ohne Strafen

Das Buch von Katja Saalfrank, folgt für mich logisch den Ansätzen von Gordon und Juul. Auch sie plädiert für einen wertschätzenden Umgang in der Familie. Sie zeigt warum Strafen/Konsequenzen und Regeln durch eine andere Form von Beziehung überflüssig werden. Es geht nicht um antiautoritäre Erziehung und Kinder, die tun was sie wollen. Sondern es geht um ein neues Miteinander in Familien. Ein sehr lesenswertes Buch auch wenn einigen der Titel etwas provokant erscheinen mag.

 

Meine Bücherliste

Es ist mir sehr schwergefallen, hier eine Auswahl zu treffen. Allein mein E-Book Reader enthält mehr als 200 Titel zu diesem Themenkreis. Alle Bücher sind spannend und beinhalten wichtiges Wissen zu den Themen Familie, Lernen und Schule. Die hier vorgestellten Bücher sind im Moment meine Favoriten. Müsste ich mich auf 5 Titel beschränken wären es diese. Das was die Autoren dieser Bücher verbindet, ist ihre Haltung gegenüber dem Kind und die Einsicht, dass Lernen durch Neugier und Freude dauerhaft ist, während Lernen durch Druck und Zwang häufig Wissen für eine Klassenarbeit vermittelt, aber nicht darüber hinaus.

Wo ich das hier so schreibe, stelle ich fest, dass ich mit fünf Titeln doch nicht hinkomme. Meine Bücherliste wäre nicht komplett ohne das folgende Werk.

 

. . . und ich war nie in einer Schule

Über André Stern und seine Bewegung “Ökologie der Kindheit”, habe ich in den letzten Wochen schon einiges geschrieben. Da ist es nicht verwunderlich, dass auch er ein Buch verfasst hat, das auf meiner Bücherliste ganz oben steht. In diesem Buch beschreibt André Stern seine Kindheit ohne Schule und wie er all die Dinge gelernt hat, die wichtig für ihn sind. Dieses Buch ist für mich eine lebendiges Zeugnis dafür, dass das Lernen am Besten mit Freude und Neugier gelingt. Wie schön wäre es, dieses Erlebnis allen Kindern zugänglich zu machen und unsere Schulen so zu gestalten, dass das möglich wird. Ein Buch, das Freude schenkt und zum Umdenken anregt.

Ich hoffe, dass Dir der ein oder andere meiner Schätze ebenso ans Herz wachsen wird wie mir.

Ich möchte Dich noch einladen, Dich beim Elterncampus einzuschreiben. In meinem wöchentlichen kostenfreien Online-Webinar gibt es in jeder Folge Infos, Tipps und Tricks rund um den Themenkomplex Lernen. Hier findest Du alle Infos!

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