Die besten Tipps zum Lesen lernen

Die besten Tipps zum Lesen lernen – sind für jedes Kind anders

Für den heutigen Artikel habe ich mir zum Nikolaus etwas Besonderes ausgedacht. Ich werde immer wieder nach den besten Tipps zum Lesen lernen gefragt. Lesen ist in unserer Gesellschaft immer noch eine Schlüsselkompetenz, auch wenn langsam aber sicher andere Informationskanäle entstehen und ich vermute, dass die Welt bereits in 10 Jahren anders aussehen wird. Heute können Schwierigkeiten beim Lesen lernen  die Schulzeit eines Kindes massiv beeinträchtigen.

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Ist Legasthenie erblich?

Lese-/Rechtschreibschwäche, Legasthenie oder was?

LRS oder Legasthenie

Mir wird häufig die Frage nach dem Unterschied zwischen LRS und Legasthenie gestellt. Die Frage nach der Begrifflichkeit ist komplex. Ich werde im folgenden Artikel die Begriffe synonym verwenden. Oft werde ich auch nach  dem Einfluss der Gene auf eine LRS gefragt. Eine weiteres Thema, dass Ihnen als Eltern unter den Nägeln brennt, ist: “Geht LRS weg oder nicht?” Dazu möchte ich in diesem Artikel Stellung nehmen und Ihnen diese Fragen beantworten. Ich werde in den nächsten Wochen auch immer wieder Webinare zu diesem Thema  veranstalten, sodass Sie mir Ihre Fragen auch direkt stellen können.

 

Ist die Genetik schuld an Legasthenie?

Über die genetische Komponente bei LRS wird immer wieder diskutiert. Man weiß heute von familiären Häufungen bei Lese- und Rechtschreibproblemen. Forscher haben auch bestimmte Gene im Blick, die bei einer auftretenden Lese- oder Rechtschreibstörung involviert sein könnten. Aber nicht alle Kinder, die Veränderungen aufweisen, entwickeln eine LRS. Das Max Planck Institut in Leipzig ist noch einen Schritt weiter gekommen. Die Wissenschaftler haben im MRT (Hirnscan) bestimmte Hirnregionen erkennen können, deren Strukturen  bei Kindern mit LRS verändert sind. Diese Veränderungen sollen bereits im Vorschulalter sichtbar sein und mit einer Trefferquote von 75%  kann man betroffene Kinder identifizieren. So weit so gut. Aber was bedeutet das für das Leben und Lernen der betroffenen Kinder?

 

Ist eine Förderung bei LRS anders als bei einer Legasthenie?

Ganz klar nein. Egal wie die Diagnose eines betroffenen Kindes lautet, förderdiagnostisch muss erstmal der Ist-Stand im Lesen und Schreiben erhoben werden. Von da aus wird dann, individuell angepasst an jedes Kind, ein Förderprogramm erarbeitet. Daher ist es aus lerntherapeutischer Sicht nur wichtig, dass Lese- Rechtschreibprobleme rechtzeitig erkannt werden und die Kinder so früh wie möglich fachgerechte Hilfe bekommen.

 

Wie kommt es zur Diagnose Lese-Rechtschreibschwäche vs. Lese-Rechtschreibstörung (Legasthenie)?

Sie als Eltern bekommen entweder vom Schulpsychologen oder vom Kinder- und Jugendpsychiater nach ausgiebigen Tests die Diagnose LRS oder Legasthenie. Wenn wir nun davon ausgehen, dass die Lese-/Rechtschreibschwäche vorübergehend ist und die Legasthenie oder Lese-/Rechtschreibstörung bestehen bleibt, da genetische bzw. neurologische Veränderungen Schuld sind, muss man fragen, wie wird die Diagnose gestellt? In der Regel nicht mit einem MRT oder Gentest, sondern mit psychologischen Tests. Die Kinder absolvieren mindestens einen Rechtschreib- oder Lesetest und einen Intelligenztest. Diese Werte werden in Relation zueinander gestellt und müssen eine genormte Differenz aufweisen, um von LRS oder Legasthenie sprechen zu können.

 

Praktische Auswirkungen?

Kinder mit einem hohen IQ haben nach diesem Verfahren öfter eine Legasthenie als Kinder mit einem niedrigeren IQ. Das ist für sich genommen schon einmal fraglich. Kinder deren durchschnittlicher IQ geringer ist, kommen somit seltener in den Genuss des sogenannten Nachteilsausgleichs. Gerade diese Kinder können ihre Schwäche in der Regel nicht so gut kompensieren. LRS oder Legasthenie in der Diagnostik hängen somit am IQ und an der Rechtschreib- bzw. Leseleistung. Daraus eine genetische Komponente abzuleiten, ist in meinen Augen schwierig.

 

Hilfe für die betroffenen Kinder!

Ich arbeite seit vielen Jahren mit Kindern, die an einer LRS oder Legasthenie leiden. Ich sehe bei beiden Diagnosen Kinder, die schnell Fortschritte machen und Kinder, die deutlich länger brauchen. Fakt ist, gibt es Probleme, brauchen die Betroffenen Hilfe und keine Bewertung oder Einteilungen in bestimmte Schubladen. Mit der richtigen Unterstützung kann jedes Kind seine Lese-Rechtschreibleistung verbessern und das ist das Ziel meiner Arbeit.

 

Nicht verpassen!

Melden Sie sich zum Webinar “Lesen lernen trotz LRS” an: Dienstag, 20.06.2017 um 19:00.

 

 

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Nachteilsausgleich bei LRS

Kinder, die an einer Lese-Rechtschreibschwäche leiden, haben Anspruch auf einen  sog. Nachteilsausgleich. Dies ist im Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 15.11.2007  über die “Grundsätze der Förderung von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Schwierigkeiten im Lesen und Rechtschreiben oder Rechnen” festgelegt. Aber was bedeutet dieser Beschluss nun konkret für ein betroffenes Kind? Das hängt wie so oft in Deutschland nicht unerheblich vom Wohnort des Kindes ab, da jedes Bundesland den Nachteilsausgleich vollkommen frei ausgestalten kann.

 

Nach welchen Grundsätzen muss der Nachteilsausgleich geregelt werden?

 

Natürlich gibt es in diesem Erlass Grundsätze, die alle Bundesländer anwenden sollen. Die KMK (Kultusministerkonferenz) sieht im Schriftspracherwerb eine Voraussetzung für weitere erfolgreiche Berufsplanung. Aus diesem Grunde ist der Erwerb der Schriftsprache zu fördern. Die Konferenz erkennt an, dass es Kinder gibt, die besondere Schwierigkeiten beim Schriftspracherwerb haben.  Die Kinder haben Anspruch auf Hilfsmittel, spezielle Förderung und eine besondere Bewertung. Hier können Sie den genauen Wortlaut nachlesen.

 

Anwendung in den Bundesländern

 

Jedes Bundesland kann natürlich den Nachteilsausgleich anders ausgestalten. Exemplarisch können Sie hier die aktuelle Anwendung in Bayern nachlesen. Die Begrifflichkeiten mögen etwas verwirren, aber letztendlich ist es egal, ob ein Kind an einer Legasthenie an einer Lese-Rechtschreibstörung oder -schwäche leidet. Ziel muss es sein, dem Kind im Rahmen seiner Möglichkeiten Zugang zur Schriftsprache zu vermitteln und es aufgrund bestehender Schwierigkeiten nicht auszugrenzen.  Die KMK betont, dass Förderung vor Notenschutz stehen sollte.

 

Förderung bei LRS

 

Für eine gute Förderung bei LRS ist es wichtig, dass der individuelle Lernstand eines Kindes erhoben wird und in Anlehnung an die durchgeführte Förderung ein individueller Lernplan oder Förderplan für das betroffenen Kind erstellt und dann auch bearbeitet wird. Dies kann im schulischen Rahmen passieren, wenn die Ressourcen dafür vorhanden sind. Bei einer starken Beeinträchtigung des Schriftspacherwerbs, wird man in der Regel einen Experten hinzuziehen müssen.

 

Nachteilsausgleich

 

Um den Nachteil, den Kinder durch ihre Beeinträchtigung beim Schriftspracherwerb haben auszugleichen, sollen die Maßnahmen des Nachteilsausgleich greifen. Eine beliebte Methode ist es, den betroffenen Kindern mehr Zeit für die Bearbeitung einer Klassenarbeit zu geben. Dies ist zwar ein gut gemeinter Ansatz, der aber in der Regel nur in Kombination mit anderen Maßnahmen greift. Hierzu zählen der Einsatz von elektronischen Hilfsmitteln, Vorlesen der Aufgabenstellung, Aufgabenblätter, die in größerer Schrift gedruckt sind u.v.m.

 

Leistungsbewertung

 

Hier besteht die Möglichkeit, dass die mündliche Leistung im Vergleich zur schriftlichen höher gewertet wird. Auch können die individuellen Fortschritte des Schülers bewertet werden und nicht sein Stand im Vergleich zur restlichen Klasse. Des weiteren kann die Rechtschreibleistung sowohl im Fach Deutsch als auch in allen anderen Fächern unberücksichtigt bleiben. Lehrer haben bei einer anerkannten LRS einen sog. pädagogischen Ermessensspielraum. Wichtig ist, dass die Leistungsbewertung bei einem betroffenen Kind nicht zu Demotivation führt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Lesehunde in der Lerntherapie?

Seit drei Monaten hat der Lern-Ort ein neues Crew Mitglied. Unser zukünftiger Lesehund darf gelegentlich – sehr zur Freude aller Kinder – am Unterricht teilnehmen. Tiergestützte Pädagogik ist ein Begriff, der vor 20 Jahren eher eine Kuriosität darstellte. Heute ist das anders. Schulhunde, Therapiehunde, Lesehunde u.v.m. erfreuen sich ständig wachsender Beliebtheit. Das ist nicht verwunderlich, die meisten Kinder lieben Tiere und sind in ihrer Gegenwart deutlich entspannter. Dies will man sich in vielen Fällen zu Nutze machen. Können Lesehunde nun Kindern das Lesen beibringen oder gar selber lesen? Welche Vorteile bringt die Unterstützung von sogenannten Lesehunden in der Förderung von Kindern mit einer Lesestörung?

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Rechtschreib-Übungen die Kindern helfen

Immer wieder höre ich von Eltern oder auch betroffenen Kindern, “wir haben schon so viele Rechtschreib-Übungen bearbeitet, aber es hat nichts genützt”. Dies ist zum einen ärgerlich, weil man in der Regel Zeit und Geld investiert hat, viel tragischer ist jedoch, dass beim betroffenen Kind der Eindruck entsteht:

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Förderdiagnostik

Ich habe bereits erläutert, dass zur Beurteilung der Leseleistung in der Regel die Lesegeschwindigkeit, die Lesegeläufigkeit und das Leseverständnis herangezogen werden. Damit weiß ich nun, welche Dinge bei einem betroffenen Kind nicht funktionieren. Das ist wichtig für die Beurteilung, ob objektiv ein Problem vorliegt. Nun ist es jedoch ebenso wichtig die Ursachen für diese Defizite herauszufinden. Dazu dient die Förderdiagnostik.

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