Lerncoaching für Schüler das Wundermittel für alle Probleme? Liest man manche Artikel, könnte man das glauben.

Lerncoaching für Schüler ist ein pädagogisches Werkzeug, das Dir im pädagogischen Alltag helfen kann. Das Ziel beim Lerncoaching ist das Kind zu befähigen, seinen Lernprozess selbst besser zu steuern, effektiver zu lernen, Lernstrategien zu kennen und sinnvoll anzuwenden.

Das ist ein ganz schöner Brocken. Einen selbstregulierten Lernprozess wünschen sich Eltern und Lehrer. Leider funktioniert das bei vielen Kindern nicht von selbst. Wie kann Lerncoaching das ändern?

Lerncoaching für Schüler – Methodenkoffer

Das englische Wort Coach steht für Trainer. Das Coaching ist eine Methode, die aus dem Sport übernommen wurde. Einer der Ersten auf dem Gebiet war Tim Gallway (Autor der “The inner Game” Bücher). Gallways Ansatz richtet sich darauf, vermeidbare Selbstbeschränkungen wie Anspannung, Selbstzweifel, Selbstkritik und Versagensängste aufzulösen. Er hilft seinen Coachees stattdessen, sich durch die Fokussierung auf positive Aspekte und das eigene Können eine neue Perspektive zu entwickeln.

Das hört sich toll an! Aber wie funktioniert das in der Praxis? Wie schaffen wir es im Lerncoaching, für Schüler einen Perspektivwechsel herbeizuführen?

Fragetechniken

Fragen? So was Simples? Fragen stellen kann doch jeder! Das stimmt zwar – aber die richtigen Antworten zu bekommen, darauf kommt es an.

Jeder Coach ist ein Meister der Fragetechniken und nicht ein Meister im Ausfragen. Das ist der Unterschied, den leider viele nicht beherrschen. Sobald ein Kind – egal ob im Lerncoaching, in der Schule oder zu Hause – das Gefühl bekommt ausgefragt zu werden, gehen die Jalousien runter. Da kannst Du noch so gute Absichten haben. Was dann folgt, sind Antworten wie:

  • Weiß nicht!
  • Keine Ahnung!
  • Kann sein!
  • Nein!

Damit kommst Du nicht weiter. Hier braucht es Fingerspitzengefühl und die richtige Technik. Fragen sind die wirkungsvollsten Werkzeuge der direkten Gesprächsführung: Der Fragende bestimmt, worüber gesprochen wird und er erfährt etwas über die Bedürfnisse des Kindes. Außerdem stellen Fragen den Gegenüber in den Mittelpunkt. Denn durch Fragen werden Gesprächsanteile zugunsten des Gegenübers verschoben. Ein Beispiel sind allein schon die Kenntnis und bewusste Anwendung der offenen und der geschlossenen Frage. Eine offene Frage, also eine W-Frage, verleitet zu Antworten in ganzen, meist mehreren Sätzen. Ein echter Dialog braucht offene Fragen.

Demgegenüber bringt es die geschlossene Frage, auf die mit einem Ja oder Nein zu antworten wäre, die Sache zügiger auf den Punkt. Je nach Absicht der Frage, können noch viele weitere Fragearten unterschieden werden. Fragen bringt aber nichts, wenn Du Dir nicht die Zeit nimmst, aufmerksam zuzuhören.

Aktiv Zuhören – ein geniales Tool im Lerncoaching für Schüler

Auch das Zuhören will gelernt sein. Im Alltag hören wir oft nicht richtig zu. Aufmerksamkeitsräuber wie Smartphone und andere Beschäftigungen verhindern das Zuhören. Aktiv Zuhören ist eine Methode, die Dir Zugang zu Deinem Gegenüber verschafft. Wie oft endet ein Gespräch mit Frust oder hinterlässt einen schalen Nachgeschmack. Aktiv Zuhören ermöglicht Dir Gespräche in einer wohlwollenden, urteilsfreien Umgebung, in der Kinder sich öffnen können. Kombiniert mit den richtigen Fragetechniken gelangst Du im Lerncoaching so an den Punkt des Problems und kannst mit dem Kind anfangen, Lösungen zu finden. Und zwar auf emotionaler Ebene.

Der Unterschied dieser Methode ist, dass das Gespräch indirekt geführt wird, ich also nicht bestimme, worüber gesprochen wird. Dafür werden die Themen vertieft. Eine effektive Technik des Aktiv Zuhören ist das Spiegeln. Es bedarf dabei der vollen Aufmerksamkeit, um das Gesagte mit anderen Worten zu zusammenzufassen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Gefühlen, also z.B. “Und das ärgert Dich.” Oder: “Du wirkst ja richtig begeistert.” Was sich im ersten Moment komisch anhört, ist ein sehr wirkungsvolles Element, das dem Anderen hilft, sich weiter zu öffnen. Natürlich muss diese Technik gelernt und geübt sein.

Sparringspartner auf Augenhöhe

Moment Augenhöhe? Ich Lehrer/Mutter/Therapeut –  Du Kind! Wir haben schließlich die Verantwortung.

Augenhöhe im Lerncoaching für Schüler heißt nicht, die Verantwortung abzugeben! In der menschlichen Kommunikation gibt es jedoch einige Fallstricke und dazu gehört unter anderem, dass wir als Erwachsene Kindern gegenüber sehr häufig urteilend und belehrend sind. Das führt in der Regel beim Belehrten zu einer er trotzigen, ablehnenden Haltung. Das Ergebnis? Unser Rat kommt nicht an. Darum ist es im Lerncoaching wichtig, die Gespräche mal aus der Vogelperspektive zu betrachten. Gespräche haben immer mehrere Ebenen. Es ist wichtig, mit dem Gegenüber auf der gleichen Ebene zu sprechen. Sendet der eine Partner auf der Sachebene und der andere empfängt auf der Gefühlsebene Kritik, dann ist der Inhalt kaum noch vermittelbar.

Ziel im Lerncoaching für Schüler ist ein positiver Mindset

Viele Kinder glauben nicht wirklich an sich. Sie sehen sich oft als Opfer der Umstände und haben das Gefühl, die Dinge nicht ändern zu können. Hier gilt es, einen Perspektivwechsel herbeizuführen. Statt “das kann ich doch nicht” sollte es heißen “das kann ich noch nicht!” Das setzt Ressourcen frei. Empower to learn beschreibt wohl am besten die Wirkung. Die Botschaft dabei ist einfach. Das kleine Wörtchen noch signalisiert, dass Dein Schüler eine Chance hat, es zu lernen. Strahlst Du diese Erwartungshaltung auf das Kind aus, wird es sie annehmen und mit einer ganz anderen Motivation an die Themen herangehen – probier es aus!

Lernstrategien

Hinter dieser Überschrift verbirgt sich ein ganzer Blumenstrauß von Techniken: Eine Mind-Map erleichtert es dem Schüler, ein Thema auf einen Blick zu erfassen. Andere Techniken (z.B. in Form von Geschichten) ermöglichen es den Kindern, Zusammenhänge besser auswendig zu lernen. Es gibt allein für’s Auswendiglernen ein Bündel von Techniken, alles Eselsbrücken, die das Lernen leichter machen. Trotzdem bleibt das Lernen Arbeit! Alle Lernstrategien zielen darauf ab, Lernen effizienter zu machen. Also besser lernen, statt mehr lernen! Das ist der Schlüssel. Und mit ein wenig Kreativität lässt sich (fast) jeder Lernstoff für Schüler attraktiv darbieten.

Lerncoaching für Schüler besteht aus einer Reihe von Techniken, die sich lernen lassen.

Das Ziel:

Kindern eigenverantwortliches und selbstständiges Lernern ermöglichen. Das bringt den Kids Spaß, ein positives Selbstbild und damit Erfolg beim Lernen.

Willst Du mehr darüber wissen? Klicke auf diesen Link:

Lerncoaching für Schüler kann man lernen.