Was ist Lerncoaching ? Worum’s dabei geht? Und was kann es? Kannst Du hier nachlesen.

Lerncoaching  = Lernen und Coachen 

Schülern zu einer erfolgreichen Lernkarriere verhelfen oder „Empower to learn“ sind treffende Beschreibungen. Als Lerncoach versetzt Du einen Schüler in die Lage, selbst zu lernen. Mit Betonung auf selbst. Was ich selber kann, macht mich selbstständig. Das steigert auch meinen Selbstwert und mein Selbstbewusstsein.

Mit den besten Lernstrategien alleine ist das nicht getan. Die findest Du in vielen Büchern. Die Strategien müssen bei den Kids ankommen und von ihnen angewandt werden. Das ist die Kunst, die Du beherrschen musst.

Der Lernprozess soll effektiv und effizient sein. Das Richtige lernen und den Lernvorgang qualitativ optimieren.

Der Standardspruch bei schlechten Noten: „Du musst mehr lernen!“, ist wenig hilfreich. Außerdem ist er wertend und vekündet implizit Du bist schuld. Die angebotene Lösung ist nicht sonderlich attraktiv!

 Du musst anders lernen. Ist schon besser. 

Als Lerncoach verfügst Du über die Kompetenzen, um optimal mit den Kids zu arbeiten und ihr Potenzial bestmöglich zu entfalten und Du kannst anders lernen lebendig gestalten. Mit Strategien und Ressourcen, die sich individuell an jeden Schüler richten.

Denn in Sport – und Schulalltag gleichermaßen – gilt die Formel Leistung = Potenzial – Störung. An beiden Stellschrauben arbeitest Du als Lerncoach: Potenzial entfalten und Störungen minimieren.

Nehmen wir Coaching und Lernen ein wenig unter die Lupe.

Was ist Lerncoaching – Coaching

Coaching ist eine Intervention auf Augenhöhe zwischen Coach und Coachee. Dabei bedeutet Augenhöhe, dass erstens nicht bewertet wird und zweitens, dass der Coach hilft, eigene Lösungsideen des Coachees sichtbar zu machen und eine Umsetzung zu ermöglichen.

Voraussetzung für eine erfolgreiche gemeinsame Arbeit ist ein solides Vertrauensverhältnis. Als Coach brauchst Du einen guten „Zugang“ zum Schüler. Damit das gelingt, musst Du als Coach über die Tools guter Kommunikation verfügen. Du kannst sicher durch die Themen navigieren und an der richtigen Stelle in die Tiefe gehen.

Fragetechnik und Aktiv Zuhören richtig kombiniert, machen Dir das Leben leichter und Schüler erfolgreicher, zufriedener und selbstbewusster!

Ein geübter Umgang mit den unterschiedlichsten Frageformen ist die erste Grundvoraussetzung. Wenn du fragst, bestimmst Du die Richtung des Gesprächs und lässt dabei Raum für den kleinen Coachee.  

Was tun, wenn das Kind den Raum nicht nutzt? “Hm, ja, weiß nicht” und “keine Ahnung” sind durchaus beliebte Antworten. Genau da setzt Aktiv Zuhören an. Viele Kinder werden von den Eltern zum Lerncoaching geschickt. Oft ist die (Hausaufgaben-) Situation zu Hause recht angespannt. Dein kleiner Klient ist also anfangs manchmal alles andere als begeistert. Oft erwartet er innerlich, dass er ein wenig manipuliert oder zurechtgebogen werden soll.

Weitere Techniken

Es gibt eine Unmenge weiterer Kommunikations-Techniken, die alle ihre Vorzüge haben: Das NLP (Neurolinguistisches Programmieren), die TA (Transaktionsanalyse), . . . aber ohne gute Fragen und ohne Aktiv Zuhören wird Dir der Zugang zum Coachee schwer fallen. Was sich so leicht anhört, braucht ein fundiertes Wissen und Übung!

Coaching braucht Struktur

Coaching läuft  nach einer sehr definierten Struktur ab. Dabei ist es unabhängig, ob Du mit einem  Kind oder einem Erwachsenen arbeitest  – der Ablauf ist gleich: Thema, Ziel, Ressourcen und Umsetzung.

Coaching-Thema

Sprich im Coaching nicht vom Problem und seinen Ursachen. Das führt den Coachee meist in die Problemtrance oder aufs Problemkarussell. Besser ist es, positiv nach vorne zu sehen. Finde zunächst das Thema, das in den Augen des Kindes einer Verbesserung bedarf. Die einfachste Frage, die Du stellen kannst: Worum geht’s Dir? Aber glaub nicht immer alles, was Du hörst. Frag lieber nochmal nach. Sonst spiegelt das Kind oft nur das Anliegen der Eltern wieder.

Coaching-Ziel

Ist ein Thema identifiziert, z.B. die Hausaufgabensituation, dann ist der nächste Schritt, ein Ziel zu formulieren. Allerdings bist Du nicht gefragt. Es geht nicht um Dein Ziel sondern um das Ziel des Kindes. Aber Achtung, Ziel ist nicht gleich Ziel. Von heute auf morgen von der Fünf auf die Eins oder vom Chaoten zum Ordnungsfreak, das klappt nicht! Da ist Scheitern vorprogrammiert.

Ziele müssen realistisch, messbar (um klar festzustellen, wann das Ziel erreicht ist), positiv formuliert, motivierend und vom Kind erreichbar sein. Der Schlüssel zum Erfolg?

Ein Start mit kleinem Ziel. Nichts ist so motivierend wie ein erreichtes Ziel! Geschafft! Abgehakt! Sieh zu, dass das erste Ziel in drei, vier Wochen erreichbar ist. Kinder sind ungeduldig! Und Eltern gelegentlich auch.

Hat das Kind was es braucht?

Ressourcen ist das Zauberwort. Leider oft total vernachlässigt! Was genau ist für die Umsetzung des Ziels erforderlich? Was kann der Schüler bereits? Wobei benötigt er Hilfe? Was kann er wie lernen? Sind auch die Ressourcen gefunden, kommt die Umsetzung.

Umsetzung

Ist ein bisschen wie Projektmanagement. Jeder Schritt wird geplant. Die einfache Frage:

Was machst Du bis wann – und in welcher Reihenfolge? Als Lerncoach begleitest Du die Umsetzung aufmerksam; Du solltest nicht davon ausgehen, dass ein Plan gleich beim ersten Mal eigenständig umgesetzt wird. Auch wenn er verabredet war. Egal wie kleinschrittig Ziel und Plan sind. Aus Kindersicht kann es sich immer noch um einen Marathon handeln. Und da gibt es viele Stellen, an denen man straucheln kann. Genau hier bietest Du Hilfestellung.

Lerncoaching – Lernen

Lernstrategien gehören zu den Ressourcen, die helfen, nicht mehr sondern effizienter zu lernen. Als Lerncoach verfügst Du dazu über eine „Toolbox“, ein ganzes Portfolio von Lernstrategien bzw. Techniken, die dem Schüler das Lernen erleichtern. Dennoch – Lernen bleibt Arbeit. Du gestaltest die einzelnen Hilfen so, dass sie zum Schüler passen, dass sie die Neugier wecken und Du vermittelst die Erfahrung, dass Lernen Spaß machen kann. Die „Toolbox“ ist prall gefüllt: Vom guten alten Karteikasten (siehe auch „Tiny Box“), über Mind-Maps, Mnemotechniken, die das auswendig Lernen erleichtern . . . 

Mindset und Mindfulness

Auch diese beiden gehören unabdinglich in den Werkzeugkoffer eines guten Lerncoachs. Ein Kind, das nicht an seinen Erfolg glaubt und sich nicht fokussieren kann, hat es einfach viel schwerer!

Machen wir uns nichts vor: Bei der Auswahl und Umsetzung von Lerntechniken verlassen wir das klassische Coaching: Es ist Beratung. Dabei sagt ein Berater genau, was und wie es zu tun ist und mit welchem „Tool“. Aber das ist auch ok.

. . . und was ist Lerncoaching nicht? 

Du kannst das Lerncoaching für jeden Schüler nutzen, der bessere Leistungen erzielen möchte, der unstrukturiert lernt und hinter seinem Potenzial zurück bleibt. 

Gibt es zu Hause Knatsch um Lernen und Hausaufgaben, dann kannst Du die Situationen mit einem guten Lerncoaching entzerren. Aber auch die schulische Lernsituation gewinnt. 

Was nicht funktioniert, ist der Auftrag “Ändere mein Kind!”, der uns gelegentlich begegnet. Das geht nicht. 

Hinter diesem Wunsch steht meist ein Konflikt. Den kannst Du als guter Lerncaoch lösungsfokussiert begleiten. Zum Beispiel mit dem Konfliktlösungsansatz nach Thomas Gordon. Ein Lerncoach sollte über die Grundlagen der Konfliktlösungsstrategien verfügen. Denn das Drei- oder Vierecksverhältnis Schüler – Coach – Eltern – Lehrkraft ist oft konfliktgeladen. Klar ist auch, verändert sich einer in diesem System, muss das den anderen nicht gefallen.

Was ist Lerncoaching – Teilleistungsstörungen

Liegt eine echte Lernstörung oder -schwäche vor, also LRS, Legasthenie oder Dyskalkulie, dann ist Lerncoaching außerordentlich hilfreich. Aber die Teilleistungsstörungen bedürfen zusätzlich eines speziell ausgebildeten Trainers, der sich mit dem Training des Schriftspracherwerbs bzw. mit dem Training bei Dyskalkulie auskennt.

Neugierig geworden? Du willst mehr wissen? Dann mach mit bei unserer kostenfreien Lerncoaching Intensivwoche. Hier geht’s zur Anmeldung.