Mein Kind will nicht lernen. Die Hausaufgaben werden jeden Tag zum Kampf. Wir brauchen den ganzen Nachmittag für die Hausaufgaben.
Das sind nur einige Sätze, die ich immer wieder von Eltern höre. Ich selber bin auch kein Fan von Hausaufgaben. Kinder, die eine Regelschule besuchen, kommen jedoch nicht umhin, täglich Hausaufgaben zu erledigen. Das führt dann oft dazu, dass Eltern aus der Haut fahren und es irgendwann laut wird.

 

Auch hagelt es dann Verbote, die sich häufig auf die Mediennutzung beziehen. Computer und Co sind uns bei unseren Kindern eh schon nicht geheuer. Da bietet sich die Einschränkung dieser Medien als Konsequenz/Strafe förmlich an.

 

Allerdings löst das nicht das Problem. Wenn einmal der Wurm drin ist, schaukelt sich das Problem immer weiter hoch. Auch die Konsequenzen, die angedroht worden sind, ziehen irgendwann nicht mehr. Was kann man also tun, um das Thema “Mein Kind will nicht lernen” zur Zufriedenheit aller zu klären und Streit zu vermeiden?

 

Die coolste Aussage zu dem Thema habe ich einmal von einem Kollegen gehört. Als er von der Schule angesprochen wurde, sich doch bitte um die korrekte Ausführung der Hausaufgaben seiner Tochter zu kümmern sagte er schlicht: “Nein!” Er vertrat den Standpunkt, dass Hausaufgaben ein Deal zwischen Lehrer und Schüler seien und nicht zwischen dem Lehrer und ihm.

 

Diese Meinung finde ich bewundernswert. Ich weiß aber auch, dass wir nicht alle in der Lage sind, so gelassen zu bleiben. Daher jetzt meine Tipps für Entspannung an der Hausaufgabenfront, die ein wenig mehr Kooperationsbereitschaft mit der Schule zeigen und die Aussage “Mein Kind will nicht lernen” in die Mottenkiste verbannen.

 

Einstellung zu den Hausaufgaben

Ziel der Hausaufgaben ist die Vertiefung des Unterrichtsstoffes. Ein Kind kann an den Hausaufgaben feststellen, ob es den Stoff verstanden hat und das Wissen auf ähnliche Aufgaben übertragen kann. Und das ist auch der Punkt, der in meinen Augen für Hausaufgaben spricht.

 

Jeder Schüler, der das erkennt und die Erfahrung gemacht hat, ist in der Regel gut zu den Hausaufgaben zu motivieren und wird auch einigermaßen zügig fertig.

 

Schüler, die den Sinn in den Aufgaben nicht erkennen, fallen viel schneller in die Kategorie der Hausaufgabenverweigerer. Ich weiß, hier kommt häufig das Konzentrationsargument. In vielen Fällen ist die Ursache für “Mein Kind will nicht lernen” nach meiner Erfahrung eine völlig andere.

 

Versuch doch mal einen Perspektivwechsel. Gibt es Dinge, die Du nicht magst? Dinge, die Du solange herauszögerst bis es gar nicht mehr anders geht? Steuererklärungen, Bügeln oder vielleicht Fenster putzen? Schubladen ausmisten? Oder eine Einladung absagen, die Du nicht annehmen willst? Fast jeder kennt so etwas. Also sei nicht so streng mit Deinem Kind.

 

Durch Schimpfen, Erklären oder Verbote wirst Du die Einstellung Deines Kindes nicht verändern. Wohl aber durch Erfahrungen.

Hier hat sich ein Mind Map bewährt.

Auf diesem Bild kannst Du gut sehen, wie die einzelnen Hausaufgaben den Inhalt der Klassenarbeit vorbereitet haben.

Du kannst auch die einzelnen Äste einfach auf Post it’s schreiben und an einer Pinwand oder am Kühlschrank aufhängen.

Wichtig ist die Verknüpfung: Wenn ich die Sachen erledige, bin ich besser auf die Klassenarbeit vorbereitet und es spart mir Zeit beim Üben!

Wenn Dein Kind also verstanden hat, dass es bei den Hausaufgaben etwas gewinnen kann, dann wird auch die Motivation steigen. Schließlich geht es immer um die Frage:

 

Was habe ich davon?

 

Einstellung der Eltern zum Lernen

Wenn Eltern mit dem Hilferuf “Mein Kind will nicht lernen!” zu mir ins Coaching kommen, versuche ich zuerst herauszufinden, wie denn die Eltern zu den Hausaufgaben stehen und mit ihnen umgehen. Oft sind die Hausaufgaben bereits Auslöser eines Machtkampfs geworden, der sich vom eigentlich Sinn, dem Nachbereiten des Unterrichtsstoffs, total entfernt hat.

 

Folgende Tipps helfen Dir, die Situation zu entstressen:

  • Nutze die Hausaufgaben nicht als Druckmittel für PC und Co.

 

  • Lege nicht zu viel Wert auf die äußere Form.

 

  • Kritisiere gemachte Hausaufgaben nicht.

 

  • Suche nicht nach Fehlern in den Hausaufgaben, die sollen dem Lehrer ja zeigen, was das Kind noch nicht verstanden hat.

 

  • Wie Du im Artikel Lernen mit Spaß sehen kannst, müssen Hausaufgaben nicht unbedingt in Ruhe am Schreibtisch erledigt werden – auch wenn das Deine präferierte Lernmethode ist.

 

Du hast selber einen großen Einfluss darauf, ob die Hausaufgaben laufen oder nicht. Nutze ihn.

 

Attraktive Ziele gegen Lernunlust

 

Unsere Motivation hängt immer von unseren Zielen ab. Wissen wir nicht wo wir hinwollen, dann verlieren wir schnell die Richtung. Unser Unterbewusstsein spielt uns dann oft einen Streich und wir bleiben gleich auf dem Sofa.

Da ist Dein Kind nicht anders als wir. Wenn Du bereits an meinem Online Webinar Motivation teilgenommen hast, kennst Du den Unterschied zwischen Motivation und Manipulation.

Manipulation bedeutet, jemanden überreden etwas zu tun, das man selber möchte.

Motivation heißt, das Kind bei seinen eigenen Zielen zu unterstützen.

Was könnte Dein Kind für ein Ziel haben?

 

  • Ein tolles Übertrittszeugnis?

 

  • Ein guter Ausbildungsplatz?

 

  • Fünfzehn Minuten zusätzliche Computerzeit?

 

Keines dieser Ziele passt für einen Zehnjährigen. Ziele, die zu weit weg sind, können Kinder nicht fassen und “Belohnungen” wie zusätzliche PC Zeit, führen am Ende nur zu Frust – insbesondere wenn man sie nicht erreicht. Das mit den Zielen ist schon komplexer. Ein attraktives Ziel muss selbstgewählt und mit eigenen Möglichkeiten erreichbar sein.

Natürlich kannst Du Ziele vorgeben, aber warum sollte Dein Kind für die gleiche Sache brennen wie Du? Besser wäre es herauszufinden, was Dein Kind will. Jedes Kind will etwas, Du musst ihm nur Zeit lassen es herauszufinden.

Das fällt Dir nicht leicht?

Kann ich verstehen. In der Schule läuft der Stoff unerbittlich weiter und Dein Kind braucht Zeit.

Du denkst vielleicht an das Übertrittszeugnis, während Dein Kind eventuell die nächste Klassenarbeit auf dem Radar hat.

 

Du denkst in der Erwachsenenwelt, während Dein Kind im Hier und Jetzt lebt. Wir müssen das mit Yoga und Meditation erst wieder üben. Ich kenne Dein Kind nicht, finde heraus was es möchte. Viele Kinder haben Ziele und Ideen, die wir nicht kennen, weil sie uns oft zu unwichtig erscheinen.

 

Denke nur an das Baumprojekt von Felix oder die Friedensaktivistin Malala. Kinder haben immer Ideen, wir müssen sie nur lassen. Vielleicht ist es auch nur jeden Tag eine Stunde Zeit zum Chillen zu haben.

 

Möchtest Du mehr dazu erfahren, kannst Du Dir mein kostenloses Online-Webinar “Kinder durch Ziele motivieren” ansehen. Dort findest Du viele Anregungen – nicht nur für Dein Kind sondern für die ganze Familie.

 

“Mein Kind will nicht lernen!”

 

Diesen Satz würde ich für kein Kind stehen lassen. Es hat wahrscheinlich nur noch niemanden gefunden, der Lernen attraktiv, spannend und kindgerecht vermittelt.

Im Elterncampus, meinem kostenlosen wöchentlichen Online Programm, findest Du jede Woche neue Anregungen dazu.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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