Das Thema Aufsatz wir in vielen Familien zum Reizthema.

Wie Sie Ihrem Kind helfen, eigene Texte zu verfassen!

Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt

Ich möchte meinen heutigen Artikel mit diesem Zitat von Wittgenstein beginnen. Viele Kinder, mit denen ich arbeite, haben Schwierigkeiten, dass was sie sagen wollen schriftlich mitzuteilen. Sollen sie einen Aufsatz schreiben, fällt ihnen nichts ein, sie wissen nicht wie sie anfangen sollen oder sie sind bereits nach vier Sätzen fertig mit dem Aufsatz. Je länger ich in meinem Beruf arbeite, umso mehr habe ich mir Gedanken darüber gemacht, woran das liegen könnte. (mehr …)

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Doppelkonsonanten müssen keine Probleme machen.

Einfache Übungen helfen bei den Doppelkonsonanten!

Vielen Kindern gelingt es zu Beginn nicht, die Doppelkonsonanten mitten im Wort zu verschriften. Diese Kinder brauchen eine gute Strategie, um das Problem für sich zu lösen. Es gibt verschiedene Ansätze für dieses Rechtschreibproblem. Heute möchte ich das Mitsprechen und Schwingen vorstellen, wie es in den Programmen von Reuther-Liehr und Fresch zum Einsatz kommt.

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Groß und Kleinschreibung

Wie Du Deinem Kind hilfst, die Groß- und Kleinschreibung zu beachten!

Der Dauerbrenner Groß- und Kleinschreibung ist häufig ein Grund von Frust und Ärger in Familien. Wenn man Kinder nach den Regeln für die Groß- und Kleinschreibung fragt, können sie diese sehr gut erklären. Zwei Minuten später werden allerdings Wörter wie tisch, ärger oder himmel wieder klein geschrieben. Genau das verleitet Eltern dann oft zu dem Satz: “Wenn er/sie sich nur konzentrieren würde, würde er/sie es schon können!” Aber so einfach ist das nicht.

 

Regel kennen = Regel anwenden?

Hier liegt das Problem. Die Regel ist bekannt, wird aber im Moment des Schreibens nicht angewandt. Lass das Kind eine isolierte Übung zur Groß- und Kleinschreibung machen. Die Fehlerzahl ist in der Regel gering. Trotzdem finden sich im nächsten Aufsatz wieder 10 Fehler durch klein geschriebene Nomen. Das zeigt uns, dass das Wissen in diesem Fall nicht mit der Schreibhandlung verknüpft ist. Die gute Nachricht ist, Du kannst Deinem Kind helfen das zu ändern.

 

Groß- und Kleinschreibung ist eine Entscheidungssache

Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, dem Kind beizubringen, dass es am Anfang eines jeden Wortes eine Entscheidung treffen muss. Es muss sich selber jedes Mal die Frage beantworten: Nomen oder nicht Nomen? Diese Entscheidung muss natürlich in Sekundenschnelle getroffen werden. Dir und mir wird sie gar nicht mehr bewusst. Es sei denn, es handelt sich um eine Ausnahme von der Regel. Da werden wir dann auch noch mal Nachdenken oder zum Lexikon greifen.

 

Übungen, um die Entscheidung zu verinnerlichen

Hier gibt es schon wieder eine gute Nachricht: Dein Kind muss für das Training nicht besonders viel schreiben. Du kannst die Entscheidung mit geringem Schreibaufwand trainieren.

  • Eine Übung aus meinem Studium, für die ich heute noch meiner Dozentin dankbar bin. Nimm einen x-beliebigen Text und lese ihn Deinem Kind Wort für Wort vor. Bei jedem Wort entscheidet das Kind: groß oder klein. Die Entscheidung kann es durch seinen Daumen kundtun. Daumen hoch, das Wort wird groß geschrieben. Daumen runter, das Wort wird klein geschrieben. Macht den Kindern mehr Spaß als ein Diktat und hat einen tollen Lerneffekt.

 

  • Diktier  Deinem Kind einen Text. Das Kind braucht nur die Nomen zu schreiben. Beispiel: Das Wetter war heute besonders schön. Dein Kind schreibt nur Wetter ins Heft.

 

  • Eine Übung zur Kontrolle eines eigenen Textes. Lass Dein Kind den Aufsatz noch einmal lesen mit der Aufforderung, jedes Nomen in seiner Lieblingsfarbe zu unterstreichen. Achtung: Manche Kinder unterstreichen jetzt einfach alle Wörter, die groß geschrieben sind. Also die Aufgabe klar formulieren: “Lese den Text noch einmal durch und überlege bei jedem Wort, ob es ein Nomen ist. Wenn ja unterstreiche es und achte darauf, dass es groß geschrieben ist.”

 

  • Variante zu drei. Du liest Deinem Kind den Aufsatz noch einmal vor und Dein Kind arbeitet mit der Daumenmethode aus Übung eins. Du unterstreichst jedes Wort, bei dem der Daumen oben war. Anschließend kontrolliert das Kind, ob alle unterstrichenen Wörter tatsächlich groß geschrieben werden sollten.

 

Groß- und Kleinschreibung ist mit diesen Übungen keine Magie

Es kommt darauf an, dass Dein Kind lernt, bei jedem Wort die Entscheidung groß oder klein zu treffen. Nur wenn das gelingt, kann die Regel “Nomen schreibt man groß” in anwendbares Wissen umgewandelt und angewandt werden. Ich wünsche Dir viel Spaß beim Üben.

Falls Du ihn noch nicht hast: Hier kannst Du dir meinen kostenlosen Mini-Videokurs zum Thema Lese- und Rechtschreibschwäche holen.

 

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Ist Legasthenie erblich?

Lese-/Rechtschreibschwäche, Legasthenie oder was?

LRS oder Legasthenie

Mir wird häufig die Frage nach dem Unterschied zwischen LRS und Legasthenie gestellt. Die Frage nach der Begrifflichkeit ist komplex. Ich werde im folgenden Artikel die Begriffe synonym verwenden. Oft werde ich auch nach  dem Einfluss der Gene auf eine LRS gefragt. Eine weiteres Thema, dass Ihnen als Eltern unter den Nägeln brennt, ist: “Geht LRS weg oder nicht?” Dazu möchte ich in diesem Artikel Stellung nehmen und Ihnen diese Fragen beantworten. Ich werde in den nächsten Wochen auch immer wieder Webinare zu diesem Thema  veranstalten, sodass Sie mir Ihre Fragen auch direkt stellen können.

 

Ist die Genetik schuld an Legasthenie?

Über die genetische Komponente bei LRS wird immer wieder diskutiert. Man weiß heute von familiären Häufungen bei Lese- und Rechtschreibproblemen. Forscher haben auch bestimmte Gene im Blick, die bei einer auftretenden Lese- oder Rechtschreibstörung involviert sein könnten. Aber nicht alle Kinder, die Veränderungen aufweisen, entwickeln eine LRS. Das Max Planck Institut in Leipzig ist noch einen Schritt weiter gekommen. Die Wissenschaftler haben im MRT (Hirnscan) bestimmte Hirnregionen erkennen können, deren Strukturen  bei Kindern mit LRS verändert sind. Diese Veränderungen sollen bereits im Vorschulalter sichtbar sein und mit einer Trefferquote von 75%  kann man betroffene Kinder identifizieren. So weit so gut. Aber was bedeutet das für das Leben und Lernen der betroffenen Kinder?

 

Ist eine Förderung bei LRS anders als bei einer Legasthenie?

Ganz klar nein. Egal wie die Diagnose eines betroffenen Kindes lautet, förderdiagnostisch muss erstmal der Ist-Stand im Lesen und Schreiben erhoben werden. Von da aus wird dann, individuell angepasst an jedes Kind, ein Förderprogramm erarbeitet. Daher ist es aus lerntherapeutischer Sicht nur wichtig, dass Lese- Rechtschreibprobleme rechtzeitig erkannt werden und die Kinder so früh wie möglich fachgerechte Hilfe bekommen.

 

Wie kommt es zur Diagnose Lese-Rechtschreibschwäche vs. Lese-Rechtschreibstörung (Legasthenie)?

Sie als Eltern bekommen entweder vom Schulpsychologen oder vom Kinder- und Jugendpsychiater nach ausgiebigen Tests die Diagnose LRS oder Legasthenie. Wenn wir nun davon ausgehen, dass die Lese-/Rechtschreibschwäche vorübergehend ist und die Legasthenie oder Lese-/Rechtschreibstörung bestehen bleibt, da genetische bzw. neurologische Veränderungen Schuld sind, muss man fragen, wie wird die Diagnose gestellt? In der Regel nicht mit einem MRT oder Gentest, sondern mit psychologischen Tests. Die Kinder absolvieren mindestens einen Rechtschreib- oder Lesetest und einen Intelligenztest. Diese Werte werden in Relation zueinander gestellt und müssen eine genormte Differenz aufweisen, um von LRS oder Legasthenie sprechen zu können.

 

Praktische Auswirkungen?

Kinder mit einem hohen IQ haben nach diesem Verfahren öfter eine Legasthenie als Kinder mit einem niedrigeren IQ. Das ist für sich genommen schon einmal fraglich. Kinder deren durchschnittlicher IQ geringer ist, kommen somit seltener in den Genuss des sogenannten Nachteilsausgleichs. Gerade diese Kinder können ihre Schwäche in der Regel nicht so gut kompensieren. LRS oder Legasthenie in der Diagnostik hängen somit am IQ und an der Rechtschreib- bzw. Leseleistung. Daraus eine genetische Komponente abzuleiten, ist in meinen Augen schwierig.

 

Hilfe für die betroffenen Kinder!

Ich arbeite seit vielen Jahren mit Kindern, die an einer LRS oder Legasthenie leiden. Ich sehe bei beiden Diagnosen Kinder, die schnell Fortschritte machen und Kinder, die deutlich länger brauchen. Fakt ist, gibt es Probleme, brauchen die Betroffenen Hilfe und keine Bewertung oder Einteilungen in bestimmte Schubladen. Mit der richtigen Unterstützung kann jedes Kind seine Lese-Rechtschreibleistung verbessern und das ist das Ziel meiner Arbeit.

 

Nicht verpassen!

Melden Sie sich zum Webinar “Lesen lernen trotz LRS” an: Dienstag, 20.06.2017 um 19:00.

 

 

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Legasthenie-Förderung

Du musst mehr üben! – Wege zur effizienten Legasthenie-Förderung

Du musst mehr üben!

Welches Kind mit Rechtschreibproblemen hat diesen Satz nicht schon mal gehört? Dabei üben die meisten Kinder sowieso schon mehr als ihre Altersgenossen. Auch als Eltern kann man sich bei diesem Satz schon mal angegriffen fühlen. Kinder bekommen auch  das Gefühl, wenn es eh nicht reicht, brauche ich auch gar nichts mehr zu tun. Dieser Satz ist einfach demotivierend und gehört nicht unter ein Diktat. Sollten Sie ihn dennoch finden, ärgern Sie sich nicht, erklären Sie der Lehrerin oder dem Lehrer höflich, wie viel Sie üben. Er kann es ja nicht wissen. Suchen Sie mit ihm oder ihr nach Möglichkeiten der Motivation. Dazu weiter unten mehr.

Legasthenie-Förderung – Wie viel Übungszeit muss wirklich sein?

Ich behaupte, richtig geplant und ausgeführt, reichen 10 Minuten an 5 Tagen in der Woche. Dabei liegt die Betonung auf geplant und ausgeführt. Eine Legasthenie-Förderung ist nicht das Abarbeiten von Arbeitsblättern zur Rechtschreibung. Auch die Arbeit an einem bestimmten Rechtschreibprogramm bringt ohne die richtig Planung nicht so viel. Eine richtige Legasthenie-Förderung beginnt mit einer Bestandsaufnahme. Die heißt bei einem guten Therapeuten Förderdiagnostik und wird vor der eigentlichen Förderung durchgeführt. Ziel ist es den Punkt zu treffen, an dem das Kind richtig schreiben und lesen kann.

 

Nullfehlergrenze bedeutet, dass das Kind Wörter und Texte auf dieser Ebene richtig verschriften kann. Über die einzelnen Ebenen der Rechtschreibung können Sie sich im Webinar “Schreiben lernen – trotz LRS” informieren. Den Link finden Sie unter diesem Artikel. Das Kind beginnt also auf einer Stufe auf der es keine Fehler macht. Von da aus schreitet der Schriftspracherwerb fort. Der Vorteil dabei: das Kind erfährt, es gibt Dinge die kann ich richtig machen und  wenn ich das schaffe, dann schaffe ich auch mehr. Im Tempo des Kindes werden nun neue Kompetenzen und Strategien erworben. Dies dauert von Kind zu Kind unterschiedlich lange.

Beim Üben klappt es ja – aber im Aufsatz/Diktat geht alles wieder schief

Auch das ist zu Anfang ganz normal. Der sogenannte Transfer von den Arbeitsblättern auf das Diktat und später auf den Aufsatz ist eine Leistung, die nur langsam vollbracht werden kann. Die Fertigkeiten und Strategien müssen automatisiert werden. Dies gelingt wie bei einem Musikinstrument oder beim Sport, nur durch regelmäßiges Üben. Einmal die Woche lange trainieren und den Rest der Woche gar nicht, bringt nicht sonderlich viel. Bei guter Planung werden Phasen, in denen neues gelernt wird, mit Phasen der Automatisierung abwechseln und das Kind kann Stück für Stück langsam und kontinuierlich seine Rechtschreibleistung verbessern.

Förderplanung – wer hilft weiter?

Jede gute Lerntherapeutische Praxis wird vor Beginn der Förderung einen Förderplan aufstellen. Zertifizierte Therapeuten finden Sie im FIL und auch beim Bundesverband Legasthenie. Wenn die Legasthenie-Förderung gut geplant ist, sind Dauer und Aufwand für die Therapie in der Regel deutlich geringer, als wenn einfach drauflos geübt wird. Trotzdem muss man sich darauf einstellen, dass es 2 – 3 Jahre dauert, bis die Erfolge dauerhaft gefestigt sind. Der Satz “du musst mehr üben” macht also für sich alleine gestellt wenig Sinn. Weitere Informationen zum Schriftspracherwerb finden Sie hier:

 

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Nachteilsausgleich bei LRS

Kinder, die an einer Lese-Rechtschreibschwäche leiden, haben Anspruch auf einen  sog. Nachteilsausgleich. Dies ist im Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 15.11.2007  über die “Grundsätze der Förderung von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Schwierigkeiten im Lesen und Rechtschreiben oder Rechnen” festgelegt. Aber was bedeutet dieser Beschluss nun konkret für ein betroffenes Kind? Das hängt wie so oft in Deutschland nicht unerheblich vom Wohnort des Kindes ab, da jedes Bundesland den Nachteilsausgleich vollkommen frei ausgestalten kann.

 

Nach welchen Grundsätzen muss der Nachteilsausgleich geregelt werden?

 

Natürlich gibt es in diesem Erlass Grundsätze, die alle Bundesländer anwenden sollen. Die KMK (Kultusministerkonferenz) sieht im Schriftspracherwerb eine Voraussetzung für weitere erfolgreiche Berufsplanung. Aus diesem Grunde ist der Erwerb der Schriftsprache zu fördern. Die Konferenz erkennt an, dass es Kinder gibt, die besondere Schwierigkeiten beim Schriftspracherwerb haben.  Die Kinder haben Anspruch auf Hilfsmittel, spezielle Förderung und eine besondere Bewertung. Hier können Sie den genauen Wortlaut nachlesen.

 

Anwendung in den Bundesländern

 

Jedes Bundesland kann natürlich den Nachteilsausgleich anders ausgestalten. Exemplarisch können Sie hier die aktuelle Anwendung in Bayern nachlesen. Die Begrifflichkeiten mögen etwas verwirren, aber letztendlich ist es egal, ob ein Kind an einer Legasthenie an einer Lese-Rechtschreibstörung oder -schwäche leidet. Ziel muss es sein, dem Kind im Rahmen seiner Möglichkeiten Zugang zur Schriftsprache zu vermitteln und es aufgrund bestehender Schwierigkeiten nicht auszugrenzen.  Die KMK betont, dass Förderung vor Notenschutz stehen sollte.

 

Förderung bei LRS

 

Für eine gute Förderung bei LRS ist es wichtig, dass der individuelle Lernstand eines Kindes erhoben wird und in Anlehnung an die durchgeführte Förderung ein individueller Lernplan oder Förderplan für das betroffenen Kind erstellt und dann auch bearbeitet wird. Dies kann im schulischen Rahmen passieren, wenn die Ressourcen dafür vorhanden sind. Bei einer starken Beeinträchtigung des Schriftspacherwerbs, wird man in der Regel einen Experten hinzuziehen müssen.

 

Nachteilsausgleich

 

Um den Nachteil, den Kinder durch ihre Beeinträchtigung beim Schriftspracherwerb haben auszugleichen, sollen die Maßnahmen des Nachteilsausgleich greifen. Eine beliebte Methode ist es, den betroffenen Kindern mehr Zeit für die Bearbeitung einer Klassenarbeit zu geben. Dies ist zwar ein gut gemeinter Ansatz, der aber in der Regel nur in Kombination mit anderen Maßnahmen greift. Hierzu zählen der Einsatz von elektronischen Hilfsmitteln, Vorlesen der Aufgabenstellung, Aufgabenblätter, die in größerer Schrift gedruckt sind u.v.m.

 

Leistungsbewertung

 

Hier besteht die Möglichkeit, dass die mündliche Leistung im Vergleich zur schriftlichen höher gewertet wird. Auch können die individuellen Fortschritte des Schülers bewertet werden und nicht sein Stand im Vergleich zur restlichen Klasse. Des weiteren kann die Rechtschreibleistung sowohl im Fach Deutsch als auch in allen anderen Fächern unberücksichtigt bleiben. Lehrer haben bei einer anerkannten LRS einen sog. pädagogischen Ermessensspielraum. Wichtig ist, dass die Leistungsbewertung bei einem betroffenen Kind nicht zu Demotivation führt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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