3 Tipps zum sanften Start ins Homeschooling!

Keine Lust auf Schule! Homeschooling für alle. Für Eltern, Lehrer und Therapeuten Neuland. Und dann machen die Kinder auch noch zu!

Blickwechsel

Schauen wir mal mit ein wenig Abstand auf die Situation. Was wir sehen ist ein Veränderung. Alle wurden gerade von Veränderungen mit einer Wucht getroffen, mit der niemand gerechnet hat. Egal wie vorausschauend wir sind, die aktuelle Situation war nicht absehbar und sie bringt eine Abkehr vom Gewohnten. Veränderungen lösen aber auch seelische Prozesse aus. Die beschäftigen den einen mehr und den anderen weniger. Sie brauchen aber auf jeden Fall Energie und Zeit!

Wenn Du Dich im Coaching auskennst, hast Du vielleicht schon einmal von der Veränderungskurve nach Kübler-Ross gehört. Die Kurve stammt ursprünglich aus der Trauerarbeit, wird aber heute im Coaching besonders in der Begleitung von Veränderungsprozessen genutzt.
 
Du siehst unterschiedliche Punkte in diesem Prozess, der häufig mit Schock, Unglaube und Ablehnung beginnt. Danach folgen Widerstand, ein echter Tiefpunkt (auch als Tal der Tränen bezeichnet), der die Wende einleitet und dann kann Neues entstehen.
Wie können wir als Eltern, Lehrer, Therapeuten  oder Coaches einen solchen Prozesse begleiten?
Gehen wir an den Anfang der Kurve.
Die Freunde nicht mehr treffen. In den Pausen nicht gemeinsam abhängen. Keine Parties, kein Kino, kein Sport, nur noch Lernen und das zu Hause.
Wie kann man im Coaching diese Phase begleiten?

1.  Wertfreiheit und Augenhöhe!

Wertfreiheit bedeutet Gefühle akzeptieren!
Ein Beispiel:
Unser Coachee ist in der Ablehnungsphase. Für viele Kids stellt sich das so dar:
 
Alles alleine machen und ich kann meine Freunde nicht sehen.
Weder Sport noch Musikunterricht finden statt. Da kommen schnell Gedanken wie:
Das ist alles nur Sch . . . Ich habe keine Lust auf Schule! Das kann ich alles nicht etc.
Die Liste ist lang!
Viele Erwachsene fühlen sich davon getriggert:
Die Eltern, weil sie wollen, dass es dem Kind gut geht und dass es ohne Probleme die Aufgaben aus der Schule löst.
Die Lehrer, die ebenfalls mit der Situation kämpfen und gerne ihren Stoff erledigen wollen.
Auch Coaches, Therapeuten oder Nachhilfelehrer, die nun gefragt sind und das Problem richten sollen.

Ich habe keine Lust auf Schule!

Am besten hilfst Du jetzt, wenn Du die Gefühle annehmen kannst, die das Kind/der Jugendliche ausdrückt.
Du findest es Sch. . .
Dir sind die Hausaufgaben zu viel?
Du hast keine Lust auf Schule?
 
Es geht zunächst einmal darum das anzuerkennen was ist. Wir erleben, dass sich viele Erwachsene damit schwer tun. Immer wieder lese ich, wie gut wir es doch haben und dass es doch viel schlimmer sein könnte.
 
Das ist richtig. Aber es ist einfach nicht der richtige Moment dafür, wenn ein Kind noch in Wut und Trauer feststeckt.
Schritt Nummer eins ist  die Anerkennung der Gefühle. Wie? Indem Du  dem Kind signalisierst:
Du bis nicht falsch und es ist ok diese Gefühle zu haben.
 
Das tut nicht nur den Kindern gut! Außerdem ist diese Akzeptanz ein ganz wichtiger Faktor, damit Kinder Resilienz entwickeln und gesund aus dieser Krise rauskommen können.

2. Aktiv Zuhören und Fragen – mit Coachingtools begleiten

Nach dem Schock über die Veränderung kommt häufig Verleugnung und Ablehnung. Oder auch Widerstand gegen die neuen Situation. Man will das nicht. So hatte man sich das nicht vorgestellt. An dieser Stelle sind die Kinder normalerweise noch nicht offen für unsere Vorschläge. Sie empfinden viele Dinge als Zumutung.
 
Wenn wir in dieser Phase selbstständiges Lernen anregen, geht das häufig schief. Die Kids brauchen noch ein wenig Zeit und unsere Aufmerksamkeit. Die Tools Aktiv Zuhören und Fragen aus dem Lerncoaching sind unsere besten Begleiter.
 
Was brauchst Du jetzt? Was kann Dir aktuell helfen? Sind Fragen, die öffnen. Manche Kinder wünschen sich evtl. mehr Unterstützung durch die Eltern. Andere wollen vielleicht keine Kontrolle. Je nachdem wie tief die Unsicherheit ist. Geben wir dieser Phase ein wenig Zeit, folgt die Akzeptanz. Je mehr wir begleiten ohne zu puschen, um so schneller wird diese Akzeptanz kommen.

3. Perspketivwechsel

Im Coaching ein ganz mächtiges Tool. Für Kinder allerdings nicht immer einfach umzusetzen. Im Coaching mit Erwachsenen gibt es die Übung aus der Zukunftsperspektive zurückzublicken. Das ist für Kinder meist zu abstrakt.
Ich bitte die Kinder, sich vorzustellen ein Freund oder eine Freundin seien in der Situation, was würde man ihm oder ihr raten?
Eine Reaktion, die ich oft erlebe ist:
„Ja der XY, der kann das aber ich . . .!“
 
Also überlegen wir, was der Freund hat oder tut, um es zu können. Diese Fähigkeiten brechen wir  in ganz kleine Schritte herunter.
 
Es ist sehr hilfreich, dazu eine Playmobil- oder andere Figur zu nehmen und sämtliche Schritte auf Post its zu schreiben. Und zunächst einen dieser kleinen Schritte als Ziel zu vereinbaren. Die Ressourcen für diesen Schritt freilegen und dann in die Umsetzung zu kommen.
 
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass  wir eine Veränderung am besten in drei Schritten begleiten können.
  1. Annehmen und Empathie zeigen. Wir müssen den Kindern zuhören und ihre Gefühle anerkennen. Das tun wir immer noch zu wenig.
  2. Ein bisschen Zeit lassen und die Tools Aktiv Zuhören und Fragen stellen nutzen. Weitere Informationen dazu findest Du in der Aufzeichnung der Lerncoachingwoche. Wenn Du sie noch nicht geschaut hast, kann ich Dir das empfehlen. https://lern-ort.de/lerncoaching-intensivwoche/.
  3. Dem Kind oder Jugendlichen eine andere Perspektive auf die aktuelle Situation ermöglichen.

Du willst Kinder ganzheitlich fördern und ihnen helfen ihr volles Potenzial zu entfalten? Dann lass Dich in unserem kostenfreien Videokurs Einführung ins Lerncoaching inspirieren. Melde Dich zum Gratis Kurs an und Du bekommst. . . 

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