Wie wird man Legasthenietrainer – ein Überblick

Legasthenietrainer werden
Wie wird man Legasthenietrainer? Ausbildung, Kosten & Ablauf

Aktualisiert am 23. Juni 2026

Wie wird man eigentlich Legasthenietrainer? Diese Frage stellen sich viele Menschen, die im pädagogischen Bereich Kinder mit Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben unterstützen möchten. Vorab das Wichtigste: Die Begriffe Legasthenietrainer und Legasthenietherapeut sind in Deutschland nicht geschützt. Es gibt also keine staatlich anerkannte Aus- oder Weiterbildung, die du absolvieren musst, um dich so zu nennen.

Kurz gesagt

Legasthenietrainer wird man über eine fundierte Weiterbildung in den drei Grundpfeilern Förderdiagnostik, Förderplanung und Förderung. Einen geschützten Titel oder ein Studium braucht es dafür nicht – entscheidend sind solides Fachwissen, eine Ausbildung mit Praxisbegleitung und ein anerkanntes Zertifikat. Quereinsteiger mit Empathie und Lernbereitschaft können sich ebenso qualifizieren wie Pädagoginnen und Pädagogen. Eine begleitete Online-Ausbildung lässt sich in wenigen Monaten neben Beruf und Familie abschließen.

Genau deshalb lohnt sich ein zweiter Blick. Im Sinne der betroffenen Kinder ist eine fundierte Ausbildung entscheidend, denn ein gut informierter Erwachsener kann für ein Kind mit Legasthenie den entscheidenden Unterschied machen. In diesem Artikel erfährst du, welche Voraussetzungen du brauchst, wie eine Ausbildung abläuft, was sie kostet und worauf du bei der Wahl achten solltest.

Inhaltsverzeichnis
  1. Welche Voraussetzungen brauchst du?
  2. Legasthenietrainer oder Lerntherapeut – wo liegt der Unterschied?
  3. Was musst du als Legasthenietrainer können?
  4. Wie läuft die Ausbildung ab – und wie lange dauert sie?
  5. Was kostet die Ausbildung zum Legasthenietrainer?
  6. Fragen und Antworten
  7. Was verdient ein Legasthenietrainer?
  8. Wo arbeiten Legasthenietrainer?
  9. Worauf du bei der Wahl der Ausbildung achten solltest
  10. Fazit

Welche Voraussetzungen brauchst du?

Eine pädagogische Grundbildung ist klar von Vorteil, egal ob als Erzieherin, Sozialpädagogin oder Lehrerin. Daneben kommen viele angehende Legasthenietrainer aus ganz anderen Berufsfeldern und arbeiten etwa in der Hausaufgabenbetreuung oder als Schulbegleitung. Auch Lerncoaches, Ergotherapeuten und Logopäden bilden sich weiter, um ihr Angebot zu erweitern.

Wichtiger als ein bestimmter Abschluss sind ohnehin die persönlichen Stärken: Empathie, Geduld und die Bereitschaft, Neues zu lernen und eigene Erfahrungen zu sammeln. Genau diese Haltung trägt dich durch die Arbeit mit den Kindern.

Legasthenietrainer oder Lerntherapeut – wo liegt der Unterschied?

Als Legasthenietrainer hast du dich, wie der Name sagt, auf das Thema Legasthenie spezialisiert. Ein Lerntherapeut ist in der Regel breiter aufgestellt und zusätzlich auf Dyskalkulie und weitere Lernprobleme geschult.

Deine Qualifikation kannst du dabei schrittweise aufbauen: du startest als Legasthenietrainer und erweiterst deinen Aufgabenbereich nach und nach. Im Lern-Ort gibt es dafür die drei aufeinander abgestimmten Weiterbildungen Legasthenietrainer, Dyskalkulietrainer und Lerncoach. In Kombination begleitest du ein breites Feld an Lernschwierigkeiten – und hilfst den Kindern fachlich, während du zugleich ihren Selbstwert stärkst.

Was musst du als Legasthenietrainer können?

Die Basis ist ein solides Grundlagenwissen zum Thema Legasthenie. Dazu gehört, dass du standardisierte Testverfahren durchführen und auswerten kannst, denn das Verstehen und Interpretieren von Gutachten gehört zur täglichen Arbeit. Die drei Grundpfeiler einer wirksamen LRS-Förderung sind:

  • Förderdiagnostik
  • Förderplanung
  • Förderung

Erst wenn du diese drei Bereiche in Theorie und Praxis sicher beherrschst, kannst du Kinder wirklich wirksam unterstützen.

Wie läuft die Ausbildung ab – und wie lange dauert sie?

Eine Ausbildung zum Legasthenietrainer wird sowohl in Präsenz als auch online angeboten. Online-Formate haben den Vorteil, dass du orts- und zeitunabhängig in deinem eigenen Tempo lernst. Eine gute Ausbildung verbindet fundierte Theorie mit konkreter Praxis und einer festen Ansprechperson für deine Fragen.

Die Ausbildung im Lern-Ort ist in acht aufeinander aufbauende Module gegliedert – von den Grundlagen über Diagnostik und Förderplanung bis zur Lese- und Rechtschreibförderung und der Arbeit am Mindset des Kindes. Dazu gehören 24 strukturierte Lehr-Videos mit rund fünf Stunden Laufzeit und acht Lehrbriefe mit etwa 230 Seiten zum Ausdrucken. Zum Abschluss bearbeitest du einen Beispielfall und bekommst darauf persönliches Feedback. Anschließend erhältst du dein Zertifikat sowie Zugang zum Fördermaterial „Rechtschreibhelden".

Wie lange du brauchst, bestimmst du selbst: Bei flexibler Zeiteinteilung schließen viele Teilnehmende die Ausbildung innerhalb weniger Monate ab.

Was kostet die Ausbildung zum Legasthenietrainer?

Die Kosten variieren je nach Anbieter und Umfang spürbar – von einigen Hundert Euro für reine Selbstlernkurse bis zu mehreren Tausend Euro für umfangreiche, begleitete Ausbildungen. Wichtig ist dabei vor allem, was im Preis enthalten ist: Bekommst du nur Material, oder gehören auch Begleitung, Fallberatung und ein anerkanntes Zertifikat dazu? Eine Ausbildung mit persönlicher Betreuung kostet mehr und zahlt sich in der Praxis meist schneller aus.

Die genauen Kosten und die Ratenzahlungs-Möglichkeiten unserer begleiteten Online-Ausbildung findest du in unserer Infobroschüre und auf der Seite zur Legasthenietrainer-Ausbildung.

Fragen und Antworten

Ist „Legasthenietrainer" ein geschützter Beruf?

Nein. Die Bezeichnung ist in Deutschland nicht geschützt, du darfst sie also auch ohne bestimmte Ausbildung führen. Im Interesse der Kinder ist eine fundierte Weiterbildung aber dringend zu empfehlen.

Brauche ich ein abgeschlossenes Studium?

Ein Studium ist keine Voraussetzung. Eine pädagogische Grundbildung hilft, doch auch Quereinsteiger mit Empathie und Lernbereitschaft können sich erfolgreich qualifizieren.

Kann ich die Ausbildung neben dem Beruf machen?

Ja. Eine Online-Ausbildung lässt sich frei einteilen, sodass du sie gut neben Beruf und Familie absolvierst und dein Tempo selbst bestimmst.

Wie lange dauert die Ausbildung zum Legasthenietrainer?

Das bestimmst du selbst. Bei flexibler Zeiteinteilung schließen viele Teilnehmende die Online-Ausbildung innerhalb weniger Monate ab. Im Lern-Ort umfasst sie acht Module mit 24 Lehr-Videos und acht Lehrbriefen (rund 230 Seiten).

Was kostet die Ausbildung zum Legasthenietrainer?

Von einigen Hundert Euro für reine Selbstlernkurse bis zu mehreren Tausend Euro für begleitete Ausbildungen. Entscheidend ist, was enthalten ist: nur Material oder auch Begleitung, Fallberatung und ein anerkanntes Zertifikat.

Was ist der Unterschied zwischen Legasthenietrainer und Lerntherapeut?

Ein Legasthenietrainer ist auf das Thema Legasthenie spezialisiert. Ein Lerntherapeut ist breiter aufgestellt und zusätzlich auf Dyskalkulie und weitere Lernprobleme geschult.

Was verdient ein Legasthenietrainer?

Auch hier gibt es keine feste Größe. Viele Legasthenietrainer arbeiten selbstständig und rechnen pro Förderstunde ab; je nach Region, Erfahrung und Qualifikation liegt der Satz dabei üblicherweise zwischen 50 und 70 Euro pro Einheit. Nach unten sind rund 35 Euro die absolute Grenze – darunter verkaufst du deine Qualifikation unter Wert. Ob in Teilzeit als zusätzliches Standbein oder in Vollzeit mit eigener Praxis – wie viel du verdienst, hängt stark davon ab, wie du dein Angebot aufstellst und vermarktest.

Wo arbeiten Legasthenietrainer?

Die Einsatzorte sind vielfältig. Ein Teil macht sich selbstständig und arbeitet in eigener Praxis, in Teil- oder Vollzeit. Andere sind in der Hausaufgabenbetreuung tätig und möchten betroffenen Kindern gezielter helfen. Auch Grundschullehrkräfte nutzen solche Fortbildungen: Sie erkennen betroffene Kinder schneller und können sie, etwa im Rahmen des Nachteilsausgleichs, besser unterstützen. Ebenso bilden sich Logopäden und Ergotherapeuten weiter, die ihr Angebot erweitern wollen.

Worauf du bei der Wahl der Ausbildung achten solltest

Achte darauf, dass du nach der Theorie auch in die Praxis begleitet wirst. Im Legasthenietraining gibt es viele standardisierte Grundlagen, doch die Kinder, mit denen du arbeitest, sind alle verschieden. Deshalb ist es wertvoll, wenn du gerade am Anfang Unterstützung und eine Fallberatung im Hintergrund hast. Hilfreich ist außerdem, wenn du verschiedene, möglichst evaluierte Förderprogramme kennenlernst und sie an die Bedürfnisse deiner Schützlinge anpassen kannst.

Für ein Kind mit Legasthenie ist ein kompetenter Erwachsener, der sich auskennt, die beste Chance. Als gut ausgebildeter Legasthenietrainer kannst du dieser Erwachsene sein.

Du überlegst, Legasthenietrainer zu werden?

Dann hol dir unsere kostenlose Infobroschüre zur Ausbildung. Darin findest du auf einen Blick, wie die Ausbildung aufgebaut ist, welche Module dich erwarten, wie die Begleitung in die Praxis funktioniert und wie du starten kannst. Infobroschüre kostenlos herunterladen oder direkt auf der Seite zur Legasthenietrainer-Ausbildung weiterlesen.

Fazit

Legasthenietrainer wird man über eine fundierte Weiterbildung. Entscheidend sind solides Fachwissen in Diagnostik, Förderplanung und Förderung sowie eine Ausbildung, die dich von der Theorie in die Praxis begleitet. Bringst du Empathie und Lernfreude mit, steht dir der Weg offen, ob als zusätzliches Standbein oder in eigener Praxis. Wenn du die Inhalte, den Ablauf und die Kosten in Ruhe vergleichen möchtest, ist unsere Infobroschüre der einfachste erste Schritt.

Petra Rodenberg

Petra Rodenberg

Ich bin Bildungswissenschaftlerin, Lerntherapeutin (M.A.), Lifecoach und Heilpraktikerin. Seit über 15 Jahren begleite ich Kinder mit Lern- und Rechenschwierigkeiten und bilde Lerncoaches sowie Legasthenie- und Dyskalkulietrainer:innen aus. Ich bin überzeugt: Ein gut informierter Erwachsener kann das Leben eines betroffenen Kindes grundlegend verändern. Deshalb blogge ich seit fast zehn Jahren und halte Vorträge, um mein Wissen weiterzugeben und Mut zu machen.

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