Stressvermeidung im Gespräch mit Deinem Kind

In vielen Familien endet jedes Gespräch über Schule und Lernen mit Frust, Ärger und Tränen. Das muss nicht sein. Die Erwachsenen haben es in der Hand, diese Situation zu ändern. Ich verfolge viele Eltern-Kind-Gespräche und führe viele Gespräche mit Eltern über ihre Kinder. Dabei beobachte ich oft, dass implizit immer ein Vorwurf im Gespräch mitschwingt. „Wenn Du Dich besser konzentrieren würdest . . . !“ „Wenn Du für die Schule genauso viel tun würdest wie . . . !“ „Wenn . . . “ – diese Liste ließe sich endlos fortsetzen. Beobachte Dich einmal selbst, wie häufig formulierst Du so oder so ähnlich? Selbst wenn wir unsere Kinder loben, folgt häufig ein „aber . . .“ – Stressvermeidung geht anders.

Änderung in der Kommunikation zur Stressvermeidung

Viele Eltern meinen, mein Kind funktioniert nur mit Druck. Das stimmt sicher nicht. Klare Anweisungen und klare Formulierung von Wünschen sind durchaus dazu angetan, dass Kinder sie befolgen. Dies erfordert jedoch eine gute Portion Konsequenz und Geduld. Starte dieses Experiment nicht unbedingt bei den Hausaufgaben, wenn die Situation total verfahren ist. Suche lieber eine andere Situation, zum Beispiel das allseits beliebte Herausbringen des Mülls.

Mutter: „Bringe bitte den Müll heraus.“

Kind ignoriert die Aufforderung oder antwortet: „Ja gleich, ich muss nur noch das Video auf YouTube zu Ende schauen / das Spiel am Nintendo beenden / meinen Comic fertig lesen . . . „

Mutter: „Immer hast Du etwas anderes im Kopf, nie tust Du, was man dir sagt./ Immer dieses YouTube / Nintendeo etc.“ Schon fängt die Situation an, aus dem Ruder zu laufen. Versuche doch einmal folgende Antwort:

„Wenn ich Dich um Hilfe bitte und Du meine Bitte ignorierst, dann muss ich es alleine machen und habe weniger Zeit für . . .  Das bringt mich in Zeitdruck. Daher bitte ich Dich, meinem Wunsch nach Hilfe nachzukommen.“

Natürlich kann Dein Kind auch diese Bitte ablehnen. In der Regel versteht es Deine Aussage aber ganz gut. Außerdem hast Du seine Lieblingstätigkeit nicht angegriffen und es auch nicht dafür kritisiert. Auch uns Erwachsenen geht es so. Eine konkrete Bitte, die ohne Vorwurf vorgetragen wird, erfüllen wir wesentlich lieber, da wir nicht in den Verteidigungsmodus wechseln.

Weiterführende Tipps

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