Immer wieder spreche ich mit besorgten Eltern. Ihr Kind besucht bereits die dritte oder gar die vierte Klasse und hat sehr große Schwierigkeiten Lesen und Schreiben zu lernen. Die Eltern machten sich bereits gegen Ende der ersten Klasse Gedanken, ob denn das Lesenlernen nicht zu langsam vorangehe. Sie hätten da so eine Ahnung und LRS erkennen – geht das überhaupt? Bisher wurden sie immer wieder beruhigt mit Aussagen wie:

  • Das wird schon noch . . .
  • Jedes Kind hat seinen Rhythmus . . .
  • Nicht alle Kinder sind gleich schnell . . .

 

Ab wann kann man LRS erkennen?

Nachdem bei dem Kind eine starke Lesestörung festgestellt wurde, fragte die Mutter mich, ob man die nicht hätte eher erkennen können. Diese Frage musste ich klar mit einem “Ja” beantworten. Teilleistungsstörungen wie LRS, Legasthenie und Dyskalkulie kann man in der Mitte des ersten Schuljahres in der Regel erkennen. Warum werden Eltern häufig beruhigt, wodurch wertvolle Zeit in der Förderung verstreicht?

Leider ist es wenig bekannt, dass man sowohl eine LRS, Legasthenie als auch Dyskalkulie bereits in der Mitte der ersten Klasse sicher erkennen kann. Die Erforschung der LRS und auch der Dyskalkulie ist in der letzten Jahren sehr weit vorangeschritten. Es gibt mittlerweile gute Verfahren, die bereits gegen Ende der Vorschulzeit Kinder erkennen, die ein erhöhtes Risiko einer späteren Teilleistungstörung aufweisen.

 

Vorteile der Früherkennung

Werden diese Kinder bereits in der Vorschulzeit entdeckt, haben sie in der Regel Defizite in den sogenannten Vorläuferfähigkeiten. Man hat so die Chance, diese Fähigkeiten bereits vor der Einschulung gezielt zu trainieren. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass man die betroffenen Kinder bei der Einschulung gleich unterstützen kann und so die Rückstände gegenüber den Klassenkameraden deutlich kleiner bleiben.

Manchmal ist ein Kind in der Vorschulzeit völlig unauffällig. Aber bereits im ersten Schulhalbjahr entwickelt es Schwierigkeiten in einem Fach. Dann ist auch hier eine schnelle Diagnose hilfreich. In der Mitte der ersten Klasse sind aufgebaute Rückstände in der Regel überschaubar und sie lassen sich schneller und leichter aufholen. Die Kinder haben zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht resigniert und ihr Selbstbewusstsein hat unter den Problemen noch nicht gelitten. Und gerade junge Kinder lassen sich spielerisch gut in der Förderung motivieren. Auch wird eine Förderung in der Regel kürzer sein, wenn die Probleme rechtzeitig erkannt wurden.

 

Hilfe

Lerntherapeutische Praxen führen eine frühe Förderdiagnostik durch. Im Lern-Ort kannst Du einen kostenlosen ersten Informationstermin vereinbaren. Solltest Du danach eine förderdiagnostische Testung  wünschen, informiere ich vorab über die Kosten, die auf Dich zukommen. Diese liegen in der Regel zwischen 100€ und 150€.

 

Risiko

Solltest Du das Gefühl haben, Dein Kind hat Schwierigkeiten im Bereich Lesen, Schreiben oder Rechnen, dann gib diesem Gefühl nach. In der Regel können Eltern Ihre Kinder ganz gut einschätzen. Selten kommt es vor, dass eine Förderdiagnostik keine Probleme identifiziert. Dann hast Du aber die Gewissheit, dass alles ok ist! Und Du brauchst Dir später nicht die folgenden Sätze zu sagen, die ich immer wieder höre: “Hätte ich das bloß früher gewusst! Uns wäre dann viel Kummer erspart geblieben.”